Bei Ausgrabungen im archäologischen Areal der Hinckley Mounds nahe des Utahsees im US-Bundesstaat Utah sind bedeutende Funde aus einer rund 1.000 Jahre alten Siedlung der Fremont-Kultur zutage getreten. In der Grabung, an der Studierende der Brigham Young University und der Weber State University beteiligt sind, wurden unter anderem Grubenhäuser, Werkzeuge und Jagdreste freigelegt. Die Befunde gelten als wichtiger Schlüssel zum Verständnis der hochentwickelten Lebensweise der indigenen Bevölkerung der Region lange vor der Ankunft europäischer Siedler.
Grubenhäuser im Boden und Spuren des Alltagslebens
Die Gruppe von rund 30 Universitätsstudierenden legte Pfeilspitzen, Steingeräte und Keramikscherben frei, die Einblicke in den Alltag der Menschen der Fremont-Kultur geben [1]. Forschende schätzen, dass in dieser Siedlung über einen Zeitraum von etwa 300 bis 400 Jahren rund 1.000 Angehörige der Fremont-Gesellschaft gelebt haben könnten. Die freigelegten, in den Boden eingetieften Grubenhäuser waren demnach mit auf vier Hauptpfosten ruhenden Dächern aus Holz konstruiert, die zusätzlich mit Lehm überzogen waren.
Eine Wirtschaft, geprägt von Ackerbau und Jagd
Die Funde deuten darauf hin, dass diese Gemeinschaft in der Nähe des Deltas des Provo River Maisanbau betrieb und zugleich in der Umgebung von See und Fluss jagte und fischte [2]. Am Grabungsort entdeckte Bisonknochen, Pfeilspitzen und Keramikfragmente belegen nach Einschätzung der Forschenden eine gemischte Wirtschaftsweise der Fremont-Gesellschaft, die sowohl auf Ackerbau als auch auf die Jagd auf Großwild setzte [4]. Die Arbeiten eröffnen eine einzigartige Möglichkeit, die Geschichte der indigenen Kulturen zu erforschen, die diese Region lange vor der Ankunft moderner Siedler prägten [3].
Der archäologische Nachwuchs im Feldeinsatz
Die diesjährigen Sommergrabungen im Gebiet der Hinckley Mounds, das seit fast hundert Jahren Gegenstand archäologischer Untersuchungen ist, geben Studierenden die Gelegenheit, ihre theoretischen Kenntnisse direkt im Feld anzuwenden. Das Forschungsteam, das rund 40 Stunden pro Woche im Einsatz ist, will die erhobenen Daten detailliert auswerten und auf dieser Grundlage neue wissenschaftliche Publikationen zur Architektur und Sozialstruktur der Fremont-Kultur erarbeiten.
Quellen und weiterführende Literatur
- [1] Utah archaeology students unearth artifacts in 1,000-year-old village
- [2] Utah archaeology students unearth artifacts in 1,000-year-old village
- [3] Utah archaeology students unearth artifacts in 1000 year old village
- [4] Provo excavation finds artifacts tied to 1000-year-old Fremont village
Bild- & Nachrichtenquelle: Ksl / ksl.com