10.500 Jahre altes bearbeitetes Holz am Grund des Arendsees entdeckt

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Unterwasserarchäologen haben im Arendsee 10.500 Jahre alte Holzfunde aus dem Mesolithikum entdeckt, die seltene Einblicke in steinzeitliche Bauweisen bieten.

10.500 Jahre altes bearbeitetes Holz am Grund des Arendsees entdeckt
Bildnachweis: Indiatimes

Archäologische Untersuchungen in den Tiefen des Arendsees im Norden Deutschlands haben faszinierende Daten zur prähistorischen Ära geliefert. Unterwasserarchäologen entdeckten etwa 20 Meter unter dem Seespiegel 10.500 Jahre alte, bearbeitete Holzfragmente, die vermutlich von mesolithischen Jäger-Sammler-Gemeinschaften stammen [1]. Dank des sauerstofffreien Milieus blieben diese Stücke bis heute unversehrt erhalten und stellen seltene Beispiele für die Wohn- und Baupraktiken der Steinzeitmenschen dar.

Spuren des Lebens nach der Eiszeit

Die Funde wurden durch die akribische Arbeit des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) ans Licht gebracht. Die Archäologen betonen, dass es sich bei diesen Hölzern nicht um zufällige Fragmente handelt, sondern dass sie gezielt für einen baulichen Zweck geformt wurden. Die Region war im Mesolithikum ein beliebter Siedlungsplatz für Gemeinschaften, die die Seeufer als saisonale Lagerplätze nutzten.

Diese Feuchtgebiete in Norddeutschland verfügen über eine archäologisch äußerst reiche Vergangenheit. So wurden beispielsweise bei Ausgrabungen im Duvenseer Moor in Schleswig-Holstein bedeutende Funde aus ähnlichen Zeitperioden gemacht [2]. In diesen Moorgebieten wurden zuvor zahlreiche Spuren des täglichen Lebens wie Haselnuss-Röstplätze, Feuersteinwerkzeuge und Matten aus Baumrinde gefunden. Die neuen Funde im Arendsee werden als Teil dieses weitverzweigten Siedlungsnetzes betrachtet.

Rituale und Alltag

Die Gemeinschaften des Mesolithikums verfügten nicht nur über Behausungen, sondern auch über komplexe Glaubenssysteme. Die Entdeckung ritueller Funde bei anderen Ausgrabungen in der Region, wie etwa ein auf einem Holzpfahl platzierter Auerochsenschädel, verdeutlicht die spirituelle Verbindung dieser Gruppen zu ihrer Umwelt [3]. Es wird in Betracht gezogen, dass auch die Holzstrukturen im Arendsee in einem ähnlichen sozialen oder rituellen Kontext genutzt worden sein könnten.

Die Forscher geben an, dass die aus dem Wasser geborgenen Hölzer im Labor mittels Dendrochronologie und der Radiokohlenstoffmethode (C14) detaillierter untersucht werden. Diese Analysen werden Aufschluss darüber geben, in welchem Jahr die Bäume exakt gefällt wurden und wie lange die Struktur in Gebrauch war.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Indiatimes / timesofindia.indiatimes.com