1.800 Jahre alte römische Metallwerkstatt in der Schweiz entdeckt

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In Ligornetto haben Archäologen einen römischen Gebäudekomplex freigelegt, der im 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. als Landwirtschafts- und Metallverarbeitungszentrum diente.

1.800 Jahre alte römische Metallwerkstatt in der Schweiz entdeckt
Bildnachweis: Archaeologymag

Laufende archäologische Ausgrabungen in der südschweizerischen Gemeinde Ligornetto liefern bedeutende Einblicke in den Alltag und die Produktionsaktivitäten während der römischen Kaiserzeit. Bei den Untersuchungen im Gebiet Stramonte wurde ein weitläufiger Gebäudekomplex aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr. freigelegt, der sowohl als landwirtschaftliches Zentrum als auch als Handwerksbetrieb genutzt wurde. Dieser Fund belegt, dass die Region nicht nur eine Agrarlandschaft war, sondern auch einen aktiven Industriestandort darstellte [1].

Produktionszentrum mit sechs Räumen

Den Archäologen gelang es bisher, sechs Räume des etwa 8 Meter breiten und 11 Meter langen Gebäudes zu identifizieren. Ein 3 Meter breiter Portikus an der Südseite des Bauwerks ist zu einer antiken Straße hin ausgerichtet. Untersuchungen zeigen, dass das Gebäude im Laufe der Zeit mehrfach baulich verändert wurde, wobei neue Trennwände eingezogen und Spolienziegel wiederverwendet wurden. Dieses rege Treiben fand jedoch im 3. Jahrhundert n. Chr. durch ein Großfeuer, das zum Einsturz des Daches führte, ein abruptes Ende.

Stumme Zeugen der Metallverarbeitung

Konzentrierte Ablagerungen von Eisenschlacke und Bronzeabfällen in den umliegenden Erdschichten belegen, dass es sich um eine professionelle Metallwerkstatt handelte. Dieser Befund spiegelt die wirtschaftliche Diversität der römischen Siedlungen auf Schweizer Boden wider. Ähnliche handwerkliche Spuren finden sich an verschiedenen römischen Standorten in Europa; so untermauern beispielsweise emaillierte Schwertbeschläge aus dem Kastell Vindolanda in England die Meisterschaft der damaligen Metallkunst [6].

Regionale Vernetzung und historische Tiefe

Die Siedlung in Ligornetto stand in enger Beziehung zu bedeutenden politischen Zentren wie Mailand (Mediolanum) und Como (Comum). Inschriften aus der Region deuten darauf hin, dass Familien hochrangiger Beamter dieser Städte in Ligornetto und Umgebung ansässig waren. Die Grabungsstätte befindet sich zudem nur einen Kilometer von der großen römischen Villa in San Pietro di Stabio entfernt. Dieses dichte Siedlungsgefüge liefert entscheidende Daten zum Verständnis der römischen Vorherrschaft und Sozialstruktur in der Region [4]. Die Ausgrabungen, die voraussichtlich bis Herbst 2026 andauern werden, sollen die langjährige Geschichte des Gebiets von der Eisenzeit bis ins Mittelalter weiter beleuchten. Zusätzliche Quellen und weiterführende Literatur zu diesem Kontext finden sich unter [2] [3].

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Archaeologymag / archaeologymag.com