Archäologische Ausgrabungen in der Gemeinde Sasamón in der spanischen Provinz Burgos haben faszinierende Details über das Alltagsleben in der antiken Stadt Segisamo ans Licht gebracht. Forscher der Universität Salamanca legten eine römische Küche frei, die vor etwa 2.000 Jahren aktiv genutzt wurde. Der Raum, der aus Lehmziegelwänden auf Steinfundamenten errichtet wurde, hat trotz antiker Plünderungen seine Grundstruktur und funktionale Integrität bewahrt.
Italienische Einflüsse in der Küche
Auf dem Boden der Küche wurde eine Schicht aus hartem, auf kleinen Steinen verdichtetem Ton gefunden, die ideal für den täglichen Gebrauch und die Reinigung war. An der Stelle, an der einst die Feuerstelle brannte, wurde eine dicke Asche- und Kohleschicht identifiziert. Die Archäologen entdeckten in diesem Bereich große Vorratsgefäße, sogenannte „Dolia“, sowie Schalen und Mörser, die zum Kochen und Lagern von Lebensmitteln dienten. Besonders die aus Italien importierte Keramik, bekannt als „Pompejanisch-Rot“, belegt die Reichweite der damaligen Handelsnetzwerke [1].
Die Forscher geben an, dass Fragmente tragbarer Öfen, bekannt als „Clibanus“, zum Backen von Brot verwendet wurden. Diese Funde weisen Parallelen zu anderen Entdeckungen in der Region auf, die zeigen, dass die römischen Siedlungen nicht nur militärischer Natur waren, sondern über eine hochentwickelte soziale und wirtschaftliche Struktur verfügten [2]. Die Küche in Segisamo deutet auf einen Entwicklungsprozess hin, der Ähnlichkeiten mit Strukturen in anderen großen Zentren aufweist, in denen Rom die Agrar- und Kulinarik-Kultur als Element von Unterhaltung und Prestige nutzte [3].
Eine Übergangszeit der kulturellen Verschmelzung
Die Küche wird in die Regierungszeit der römischen Kaiser Augustus und Tiberius datiert, also in jene Jahre, in denen Segisamo begann, sich zu einer römischen Stadt zu entwickeln. Der Grabungsleiter betont, dass das lokale Volk der Turmoger seine eigenen Traditionen fortsetzte, während es gleichzeitig römische Essgewohnheiten übernahm. Dies wird durch das Nebeneinander von lokal produzierten Töpferwaren und luxuriöser italienischer Keramik in der Küche deutlich.
Auf dem Grabungsgelände wurden nicht nur römische Befunde, sondern auch Wohnreste aus dem 16. bis 19. Jahrhundert sowie christliche Gräber entdeckt, die hastig außerhalb eines Kirchhofs angelegt worden waren. Das Team führt umfangreiche Kartierungen mit Drohnen und Bodenradar durch, um das archäologische Erbe der Region zu schützen. Experten erinnern daran, dass solche wissenschaftlichen Dokumentationen lebenswichtig sind, um den Kontext zu retten, der durch Raubgrabungen zerstört wurde.
Quellen und weiterführende Literatur
- [1] Archaeologists uncover 2,000-year-old workshops and Roman necropolis in Egypt’s western Nile Delta | Archaeology News Online Magazine
- [2] Archaeologists uncover 2,000-year-old... - Archaeology News
- [3] Archaeologists uncover 2,000-year-old Roman winery
Bild- & Nachrichtenquelle: Archaeologymag / archaeologymag.com