In den Ausgrabungen am Siedlungsplatz Djarkutan im Süden Usbekistans wurden bei einem fünfjährigen Kind aus der Bronzezeit 4000 Jahre alte Spuren einer Hirnoperation (Trepanation) entdeckt. Dieser Fund, der von italienischen und usbekischen Archäologen freigelegt wurde, hat großes historisches Gewicht, da er die bislang älteste dokumentierte chirurgische Intervention in Zentralasien darstellt [1].
Präzise Bearbeitung mit Stein- und Knochenwerkzeugen
Forscher vermuten, dass die Öffnung im Schädelknochen mit Stein- oder Knochenwerkzeugen äußerst präzise angelegt wurde. Diese riskreiche Operation könnte zur Behandlung von Epilepsie, schweren Migräneanfällen oder bestimmten Verhaltensstörungen durchgeführt worden sein [2]. Das Grab des Kindes wurde in der Siedlungszone der Oxus-Kultur in Djarkutan gemeinsam mit einem jüngeren Kind gefunden.
Neuinterpretation der historischen Entwicklung
Enrico Ascalone von der Universität Salento betont, dass eine Schädeloperation an einem Kind vor 4000 Jahren in Zentralasien bis vor Kurzem kaum vorstellbar war, doch die neuen Daten machen dies nun unwiderlegbar. Diese Entdeckung offenbart ein hohes Maß an medizinischem Wissen in antiken Gemeinschaften und liefert bahnbrechende Erkenntnisse über therapeutische Ansätze bei neurologischen Erkrankungen. Experten streben an, durch vertiefte Untersuchungen in Djarkutan herauszufinden, wer diese Operation durchgeführt hat und welchen sozialen Status die beteiligten Personen hatten.
Quellen und weiterführende Informationen
- [1] Bronze Age 5-year-old's skull found in Uzbekistan is the oldest known evidence of surgery in Central Asia | Live Science
- [2] Archaeologists just uncovered evidence that a 5-year-old underwent ...
- [3] 4,000-Year-Old Bronze Age Child Skull Found in Uzbekistan ...
Bild- und Nachrichtenquelle: Archaeology / archaeology.org