In Ballynahatty nahe der nordirischen Hauptstadt Belfast ist ein bislang unbekannter, rund 4.000 Jahre alter Steinkreis sowie eine seltene bronzene Pfeilspitze entdeckt worden. Die Funde wurden im Rahmen gemeinsamer Ausgrabungen von Studierenden der Queen's University Belfast und lokalen Schulkindern gemacht. Sie gelten als wichtiger Schlüssel zum besseren Verständnis der vorgeschichtlichen Rituallandschaft der Region und stärken zugleich das Bewusstsein der lokalen Gemeinschaften für ein geteiltes kulturelles Erbe.
Aus der Luft erkannte Spuren
Das Team unter der Leitung von Grabungsleiter Brian Sloan stieß auf die Anlage, als es Luftbilder der Umgebung auswertete und kreisförmige Bewuchsmerkmale in den Feldern erkannte. Ein daraufhin angelegter kleiner Sondageschnitt entwickelte sich rasch zu einer bedeutenden Entdeckung [1]. Ballynahatty ist als prähistorisches Ritualareal bekannt und beherbergt mit dem „Giant's Ring“ einen der größten ringförmigen Erdwerke Irlands. Nach Einschätzung der Forschenden wurde der nun nachgewiesene Steinkreis im 19. Jahrhundert von ortsansässigen Bauern abgetragen, um Ackerland zu gewinnen. Die im Boden erhaltenen Spuren der einstigen Steine reichen jedoch aus, um die Existenz der Anlage eindeutig zu belegen. Vergleichbare Steinkreise gelten auf den Britischen Inseln insgesamt als einige der rätselhaftesten Kultstätten der Vorgeschichte [2].
Rätselhafte bronzene Pfeilspitze
Neben dem Steinkreis kam bei den Ausgrabungen auch eine äußerst seltene bronzene Pfeilspitze der Bronzezeit zum Vorschein. Das Stück erinnert in seiner Form an eine Miniaturausgabe großer bronzener Lanzenspitzen und besitzt nach aktuellem Kenntnisstand in Irland keine direkte Parallele. Sloan verweist auf ähnliche Funde in England sowie in Ländern des kontinentaleuropäischen Raums wie Frankreich, Spanien und der Ukraine. Dies deute auf eine bislang nicht vollständig geklärte Geschichte prähistorischer Handels- und Migrationsnetzwerke hin.
Die Kraft eines gemeinsamen Erbes
Die im Rahmen eines Community-Archaeology-Programms durchgeführten Ausgrabungen sind mehr als ein rein akademisches Projekt: Sie bringen die lokale Bevölkerung und insbesondere Kinder aktiv zusammen. Fachleute verweisen auf die konfliktreiche Vergangenheit der Region und betonen, dass archäologische Entdeckungen wie diese eine einzigartige Chance bieten, zu zeigen, dass die Vergangenheit nicht einer einzelnen Gruppe gehört, sondern allen Menschen vor Ort. Weiterführende Informationen und ergänzende Materialien, die diesen Kontext vertiefen, finden sich unter [3].
Quellen und weiterführende Literatur
- [1] [PDF] Theories of pre-Columbian contact in science and society, 1860–1920
- [2] India Live (@indialivenet) • Instagram-Fotos und -Videos
- [3] News | Arts in Education
Bild & Nachrichtenquelle: Rte / rte.ie