440 Jahre alte Zeremonialmünze belegt Standort einer verlorenen spanischen Kolonie in Chile

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Bei Ausgrabungen im Süden Chiles wurde eine historische Silbermünze entdeckt, die den genauen Standort einer 1584 gegründeten und tragisch untergegangenen spanischen Siedlung identifiziert.

440 Jahre alte Zeremonialmünze belegt Standort einer verlorenen spanischen Kolonie in Chile
Bildnachweis: Popularmechanics

Archäologen, die in der Magellanstraße am südlichen Zipfel Chiles tätig sind, haben eine 440 Jahre alte Silbermünze gefunden, die bei der Gründungszeremonie der spanischen Kolonie Ciudad del Rey Don Felipe im Jahr 1584 in das Fundament der Kirche gelegt wurde. Die Siedlung ging kurz nach ihrer Gründung auf tragische Weise unter. Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, da sie den genauen Standort der historischen Siedlung, die seit Jahrhunderten nicht exakt bekannt war und auch als 'Hafen des Hungers' bezeichnet wird, zweifelsfrei belegt [1].

Geheimnis historischer Dokumente gelüftet

In einer gemeinsamen Erklärung von Experten des Chilenischen Zentrums für Geschichtsforschung und Geisteswissenschaften sowie der Universidad Austral de Chile wurde mitgeteilt, dass die Silbermünze genau an der Stelle gefunden wurde, die vom Gründer der Kolonie, Pedro Sarmiento de Gamboa, in seinen Tagebüchern beschrieben wurde. Die Münze lag auf einem Stein im Inneren der von den Kolonisten errichteten kleinen Kirche, exakt wie in den historischen Dokumenten beschrieben [2]. Die Silbermünze, geprägt in Potosí, dem heutigen Bolivien, zeigt auf einer Seite ein Jerusalemkreuz und auf der anderen das Wappen von König Philipp II. von Spanien. Diese Münzen, eine der ersten globalen Währungen ihrer Zeit, waren in jenen Jahren in Europa, Amerika und Asien weit verbreitet.

Tragische Kolonie-Geschichte: Der Hafen des Hungers

Die Kolonie wurde während des Machtkampfes zwischen Spanien und England um die Vorherrschaft in Südamerika gegründet und sollte strategisch den Zugang zur Meerenge kontrollieren. Aufgrund der extrem rauen klimatischen Bedingungen und unzureichender Ressourcen war das Leben der Siedler jedoch nur von kurzer Dauer. Fast alle der rund 350 Siedler starben innerhalb weniger Jahre an Hunger und Kälte. Etwa drei Jahre nach der Gründung der Kolonie gab der englische Seefahrer Thomas Cavendish, der die Region passierte, angesichts des Anblicks der Zerstörung dem Ort den Namen 'Puerto del Hambre', was 'Hafen des Hungers' bedeutet [3].

Materielle Beweise für die schriftliche Geschichte

Die Forscher hatten bereits 2019, basierend auf Gamboas Tagebüchern, zwei Bronzekanonen entdeckt, die zu der Kolonie gehörten. Die Entdeckung dieser zeremoniellen Gründermünze hat jedoch die Richtigkeit der schriftlichen Dokumente unzweifelhaft bestätigt. Die Entdeckung zeichnet nicht nur die Grenzen eines tragischen Kolonisationsversuchs nach, sondern wirft auch ein Licht auf die globale Seefahrts- und Kolonisationsgeschichte der frühen Neuzeit.

Quellen und weiterführende Lektüre

Bild & Nachrichtenquelle: Popularmechanics / popularmechanics.com