In der Stadt Naju, in der südkoreanischen Provinz Jeollanam-do, hat eine routinemäßige Minenräumung durch Soldaten zu einem Fund geführt, der die Militärgeschichte des Landes maßgeblich beeinflusst. Nach wissenschaftlichen Analysen wurde das bronzene Objekt als „Hwangja Hwatong“ identifiziert und offiziell als die älteste bekannte Schwarzpulverwaffe Koreas bestätigt [1].
Verborgene Inschriften auf dem Bronzekorpus
Diese tragbare Waffe, die auf ein Alter von etwa 600 Jahren datiert wird, wurde für das Abfeuern von Pfeilen oder Metallkugeln konzipiert. Das herausragendste Merkmal, das diese Waffe einzigartig macht, sind die detaillierten Informationen, die in ihren Korpus eingraviert sind. Die Inschriften nennen den Namen der Waffe, ihr Gewicht, das Herstellungsjahr und sogar den Namen des für die Fertigung verantwortlichen Handwerkers. Basierend auf diesen Daten ordnen Forscher das Artefakt den Jahren 1377 oder 1437 zu [2]. Dieser Zeitraum markiert den Übergang von der Goryeo-Dynastie zur Joseon-Dynastie, eine Ära, in der die Militärtechnologie in Korea eine rasante Modernisierung erfuhr.
Die Evolution der Militärtechnologie
Korea begann mit der Integration der Schießpulvertechnologie in seine Verteidigungssysteme, nachdem chinesische Alchemisten im 9. Jahrhundert bei der Suche nach einem Elixier für Unsterblichkeit zufällig auf die Mischung gestoßen waren [6]. Seit der Goryeo-Zeit spielten diese lokal entwickelten Waffen eine entscheidende Rolle, insbesondere in Seeschlachten und bei der Festungsverteidigung. Das in Naju gefundene Exemplar ist einer der frühesten Vertreter der „gelben“ Serie (Hwangja), einer der vier Hauptkategorien von Kanonen, die in Korea traditionell als „Himmel“, „Erde“, „Schwarz“ und „Gelb“ klassifiziert wurden [5].
Ausstellung im Nationalen Palastmuseum
Nach einer dreijährigen, akribischen Untersuchung durch das Naju National Research Institute of Cultural Heritage ist das Artefakt nun bereit für die Öffentlichkeit. Die historische Handkanone wird im Rahmen einer Sonderausstellung im Nationalen Palastmuseum von Korea in Seoul präsentiert [3]. Experten betonen, dass solche Funde nicht nur einfache Kriegswerkzeuge sind, sondern auch Meisterwerke der Ingenieurskunst, die das Gießereiwesen und das metallurgische Wissen der damaligen Zeit widerspiegeln.
Quellen und weiterführende Literatur
- [1] Korea’s Oldest Firearm Discovered During Landmine Search - Medievalists.net
- [2] 600-Year-Old Hand Cannon Unearthed In South Korea
- [3] Culture: Korea.net : The official website of the Republic of Korea
- [5] Korean traditional powder weapon | History Forum
- [6] Gunpowder: China’s Secret Weapon That Changed the World
Bild- & Nachrichtenquelle: Archaeology / archaeology.org