700 Jahre altes Skelett in China enthüllt erste archäologische Beweise für Nasenamputation als Strafe

Autor:

Ein 700 Jahre altes Frauenskelett in China könnte der erste physische Beweis für die in antiken Texten beschriebene, aber bisher archäologisch unbelegte Strafe der Nasenamputation sein.

700 Jahre altes Skelett in China enthüllt erste archäologische Beweise für Nasenamputation als Strafe
Bildnachweis: Phys.org - Archaeology & Fossils

Archäologische Arbeiten in China haben die ersten konkreten Beweise für eine der grausamsten Strafen des alten Chinas, die Nasenamputation, an den Skelettüberresten einer Frau entdeckt, die vor rund 700 Jahren lebte. Dieses mittelalterliche Skelett, das innerhalb der Landesgrenzen gefunden wurde, ist von großer Bedeutung, da es das erste physische Beispiel für diese Strafe darstellt, die in historischen Texten häufig erwähnt, aber bisher archäologisch nie dokumentiert wurde.

Grausamkeit aus historischen Texten erstmals belegt

Bei Untersuchungen des Schädels der Frau stellten die Forscher eine absichtliche Amputation im Nasenbereich und die anschließenden Heilungsspuren fest. Diese Strafe, die im alten chinesischen Recht angewendet wurde, um Kriminelle lebenslang zu brandmarken und aus der Gesellschaft auszustoßen, wurde in historischen Quellen oft erwähnt, aber bisher nie direkt an Skelettüberresten beobachtet.

Die Fünf Schweren Strafen des Alten China

Das im alten China als „Fünf Strafen“ bekannte System, das bleibende körperliche Schäden bei Kriminellen verursachte, reichte von Tätowierungen bis hin zur Gliedmaßenamputation [1]. Zuvor wurden bei Ausgrabungen in der Provinz Shaanxi die Überreste einer Frau gefunden, die ebenfalls der Fußamputation unterzogen worden war, was die Härte des antiken Strafsystems bestätigte [2]. Diese körperlichen Strafen, die auch während der Sui- und Tang-Dynastien fortbestanden, zielten darauf ab, Kriminelle dauerhaft in der Gesellschaft zu kennzeichnen [3].

Soziale Ausgrenzung und Überlebenskampf

Dieses neu entdeckte Skelett zeigt, dass das Justizsystem im alten China nicht nur in schriftlichen Texten existierte, sondern auch, wie brutal es auf die Bevölkerung angewendet wurde. Die Forscher stellen fest, dass die Frau trotz dieser schweren Strafe überlebte und ihre Wunde heilte, und betonen die Notwendigkeit neuer Studien zu den damaligen medizinischen Eingriffen und Prozessen der sozialen Ausgrenzung.

Quellen und weiterführende Lektüre

Bild & Nachrichtenquelle: Phys.org - Archaeology & Fossils / phys.org