Unterwasseruntersuchungen in der Region Murujuga an der Westküste Australiens haben Spuren antiken Lebens ans Licht gebracht, die vor Jahrtausenden versunken sind. Archäologen entdeckten in einer Tiefe von 11 bis 15 Metern unter dem Meeresspiegel zwei neue archäologische Stätten, die auf ein Alter von mindestens 9.000 Jahren datiert werden. Die an diesen Orten gefundenen Steinwerkzeuge liefern entscheidende Daten darüber, wie die Aborigines, die indigene Bevölkerung der Region, nach der letzten Eiszeit und vor dem Anstieg des Meeresspiegels in dieser Geografie lebten.
Steinmetzkunst unter den Wellen
Die Forscher identifizierten an diesen Unterwasserfundstellen mehr als 20 Steinartefakte, die sowohl aus lokalem Gestein als auch aus Materialien hergestellt wurden, die aus etwa 20 Kilometer entfernten Gebieten herbeigeschafft worden waren. Jonathan Benjamin, Forscher an der Flinders University, gibt an, dass diese Gebiete vor etwa 9.000 bis 10.000 Jahren durch das schmelzende Gletschereis und den daraus resultierenden Anstieg des Meeresspiegels überflutet wurden. Die bearbeiteten Steine unter den Funden verdeutlichen die Werkzeugtechnologien der damaligen Menschen sowie die Distanzen, die sie zur Rohstoffbeschaffung zurücklegten.
Kulturerbe und wissenschaftliche Kooperation
Die Studie stellt mehr als nur eine technische Ausgrabung dar; sie ist Ausdruck einer starken Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften. Archäologen, Wissenschaftler und Aborigine-Ranger bündeln ihre Expertise und ihr kulturelles Wissen, um dieses Unterwassererbe zu schützen und zu interpretieren. Experten betonen, dass derartige Unterwasserfundstellen fehlende Puzzleteile der australischen Prähistorie ergänzen und die Geschichte der menschlichen Besiedlung entlang der Küstenlinien des Kontinents neu schreiben könnten.
Bild- & Nachrichtenquelle: Indiatimes / timesofindia.indiatimes.com