Antike Stadt Blaundos: 2.500 Jahre alte Temenos-Mauer entdeckt

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Bei Ausgrabungen in Blaundos wurde eine 250 Meter lange heilige Mauer freigelegt, die älter als der Nordtempel ist und Einblicke in hellenistische Riten bietet.

Antike Stadt Blaundos: 2.500 Jahre alte Temenos-Mauer entdeckt
Bildnachweis: Halktv

In der antiken Stadt Blaundos im Bezirk Ulubey der Provinz Uşak, die aufgrund ihrer Lage inmitten tiefer Canyons das Erscheinungsbild einer natürlichen Festung besitzt, wurde eine bedeutende Entdeckung gemacht. Bei den archäologischen Ausgrabungen wurde die etwa 250 Meter lange Temenos-Mauer, die den Nordtempel umschließt, vollständig freigelegt. Diese monumentale Mauer weist Spuren der hellenistischen Epoche auf und wird auf ein Alter von rund 2.500 Jahren geschätzt [1].

Grenze zwischen sakralem und profanem Raum

Nach Angaben des Grabungsleiters İlhan Çavuş stellt die freigelegte Mauer nicht nur eine architektonische Struktur dar, sondern fungierte primär als religiöse Demarkationslinie. Sie trennte den heiligen Bezirk, der den Priestern vorbehalten und für die Zivilbevölkerung unzugänglich war, vom Rest der Stadt. Bemerkenswert ist, dass die Mauer etwa 600 Jahre älter ist als der Tempel selbst. Während der Grabungsarbeiten wurden im Inneren des Mauerrings zudem antike Wasserleitungen zur Versorgung des Tempels sowie verschiedene Münzen aus der römischen Kaiserzeit gefunden. Es wird vermutet, dass diese Münzen Teil von rituellen Opfergaben an die Gottheiten waren.

Das Erbe Alexanders des Großen

Blaundos ist als Garnisonsstadt bekannt, die von makedonischen Soldaten während des Feldzugs Alexanders des Großen in Anatolien gegründet wurde [2]. Die Stadt besticht durch ihre strategische Lage, da sie an drei Seiten von den steilen Hängen des Ulubey-Canyons umgeben ist. In vorangegangenen Kampagnen wurden bereits bedeutende Bauwerke wie ein 2.000 Jahre altes Stadion und imposante römische Aquädukte für den Tourismus erschlossen [3].

Die im Rahmen des Projekts „Erbe für die Zukunft“ ganzjährig fortgesetzten Arbeiten machen das kulturelle Erbe von Blaundos zunehmend sichtbar. Die neuen Befunde in der antiken Stadt, die jährlich rund 350.000 Besucher anzieht, steigern den archäologischen Wert der Region und liefern konkrete Belege für das Alltagsleben und die Glaubenspraktiken der Antike.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Halktv / halktv.com.tr