Außergewöhnlicher Fund in Dänemark: Grab eines Wikinger-Mädchens bewahrt 1300 Jahre alte Kleidung

Autor:

Bei Ausgrabungen in Dänemark untersuchen Archäologen sorgfältig seltene, 1300 Jahre alte Kleidungsreste, die dank Metallbroschen erhalten blieben.

Außergewöhnlicher Fund in Dänemark: Grab eines Wikinger-Mädchens bewahrt 1300 Jahre alte Kleidung
Bildnachweis: Arkeonews

Bei Ausgrabungen nahe Skonager im Westen Dänemarks wurden in einem Grab, das einer jungen Wikingerin zugeordnet wird, die vor etwa 1300 Jahren lebte, seltene Kleidungsreste entdeckt, die bis heute erhalten geblieben sind [1]. Der Fund auf dem Areal, das seit 1988 die erste bekannte Wikinger-Grabanlage in der Gemeinde Varde darstellt, löste in der Archäologie große Aufregung aus, da organische Materialien im Boden normalerweise schnell zerfallen [1]. Die zwischen zwei Metallbroschen erhaltenen Woll- und Leinenfasern liefern einzigartige Einblicke in die Kinderbekleidung der Wikingerzeit.

Die schützende Kraft von Metallbroschen

Textilien, die unter normalen Umständen im Boden schnell verrotten, wurden in diesem Grab durch zwei muschelförmige Bronzebroschen geschützt, die auf der Brust des Mädchens platziert waren. Die durch die zeitliche Oxidation der Broschen freigesetzten Metallsalze verlangsamten den Verfall der umliegenden organischen Substanzen und ermöglichten so die Erhaltung ihrer mikroskopischen Struktur. Konservierungsexperten identifizierten sowohl auf der Unter- als auch auf der Oberseite der Broschen Schichten aus Wolle und Leinen. Dies könnte neue Beweise für die anhaltende Debatte liefern, wie Wikingerfrauen ihre ärmellosen Obergewänder über Unterkleidern trugen.

Faden für Faden im Labor freigelegt

Aufgrund der extrem empfindlichen Beschaffenheit der Reste entschieden sich die Archäologen dagegen, die Funde vor Ort zu bergen. Stattdessen wurde der Grabinhalt als ein einziger Block ins Labor transportiert. Im Vejle Konservierungszentrum arbeiten Experten daran, den Boden Stück für Stück, fast wie mit einer Nadel, zu reinigen. Dänemark hat bereits zuvor außergewöhnliche Beispiele organischer Erhaltung hervorgebracht, wie das Mädchen von Egtved aus der Bronzezeit [6]. Diese neuen Funde aus der Wikingerzeit sind jedoch von besonderer Bedeutung für das Verständnis der fortschrittlichen Textilproduktionstechnologien und der Kleidungskultur des Landes [3].

Ein Erbstück von Generation zu Generation

Auf einer der Broschen im Grab wurde eine antike Reparaturstelle entdeckt. Dies deutet darauf hin, dass der Schmuck lange Zeit in Gebrauch war, bevor er dem Mädchen übergeben wurde. Die Forscher beabsichtigen, das Alter der Kleidung durch Radiokarbon-Datierung mit dem Herstellungsdatum der Brosche zu vergleichen. Sollte sich ein signifikanter Zeitunterschied ergeben, würde dies bestätigen, dass die Brosche ein wertvolles Erbstück war, das innerhalb der Familie von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Chemische Analysen werden zudem die Annahme widerlegen, dass Wikingerkleidung ausschließlich grau und braun war, und aufzeigen, in welchen Farben die Kleider des Mädchens gefärbt waren. Zusätzliche Quellen und weiterführende Lektüre, die diesen Kontext vertiefen, finden Sie unter [2].

Quellen und weiterführende Lektüre

Bild & Nachrichtenquelle: Arkeonews / arkeonews.net