In der Gough-Höhle im englischen Somerset entdeckter, als Cheddar-Man bekannter 10.000 Jahre alter Skelettrest hat antikes DNA ergeben, dass die ersten Siedler Britanniens im Gegensatz zu früheren Annahmen dunkle Haut und blaue Augen besaßen. Dieser Fund hat erhebliche Bedeutung, da er zeigt, dass die physischen Merkmale moderner Briten und Europäer erst vor relativ kurzer Zeit im Verlauf der Evolution entstanden sind.
Genetische Eigenschaften, die gängige Annahmen in Frage stellen
In der DNA des Cheddar-Man wurden genetische Marker für Hautpigmentierung nachgewiesen, die normalerweise mit Menschen afrikanischer Herkunft südlich der Sahara assoziiert werden. Dies belegt, dass helle Haut, blonde Haare und blaue Augen in der Vergangenheit nicht stets gemeinsam vorkamen. Laut Forschern verdeutlicht diese genetische Struktur, wie irreführend unsere physischen Annahmen über den Menschen der Vorzeit sein können.
Jäger-Sammler-Leben und Einsamkeit in der Höhle
Der Cheddar-Man lebte von Jagd und Sammeln. Seine Ernährung bestand aus Rotwild, Wildrindern und Süßwasserfischen. Wildrinder, die bis ins 17. Jahrhundert frei über das Territorium Britanniens streiften, waren eine der wichtigsten Nahrungsquellen dieser Zeit. Die meisten menschlichen Überreste aus der Mittleren Steinzeit (Mesolithikum) wurden in Höhlen gefunden. Obwohl in Großbritannien etwa 50 Individuen aus dieser Epoche entdeckt wurden, ist der Cheddar-Man besonders, da er allein bestattet wurde – in einer Zeit, in der Massengräber üblich waren. Forscher vermuten, dass er möglicherweise unter den Sedimenten der Höhle verblieb oder dort verendet war, ohne dass eine gezielte Bestattung erfolgte.
Experten des Natural History Museum London betonen, dass der Cheddar-Man der älteste und fast vollständig erhaltene Homo-sapiens-Skelett in Großbritannien ist [5]. Durch die Kartierung der antiken DNA aus dem Skelett konnten Forscher eine umfangreiche genetische Bibliothek für die Vergangenheit erstellen [1]. Die konstante, kühle Temperatur und mineralischen Ablagerungen in der Gough-Höhle wirkten wie ein natürlicher Kühlschrank und ermöglichten es der DNA, über Tausende von Jahren unversehrt zu bleiben [6].
Dieser einzigartige Erhaltungszustand erlaubt Wissenschaftlern ein besseres Verständnis der Wanderungsmuster und genetischen Vielfalt in Europa während der Mesolithikum-Zeit. Die Daten des Cheddar-Man belegen erneut, dass die menschliche Geschichte nicht linear verlief, sondern vielmehr komplex und farbenfroh war. Weitere Quellen und weiterführende Informationen finden sich unter [2] [3].
Quellen und weiterführende Lektüre
- [1] Cheddar Man Britain's First Inhabitants - Ancient Origins
- [2] Ancient Origins | Latest Archaeology & Ancient Discoveries
- [3] On the trail of the Father Crespi Collection – Part I | Ancient Origins
- [5] Cheddar Man: Mesolithic Britain's blue-eyed boy | Natural History Museum
- [6] Cheddar Man is the oldest almost complete skeleton of our species ...
Bild- und Nachrichtenquelle: Ancient-origins / ancient-origins.net