Eiszeit-Künstler nutzten natürliche Mammutelfenbein-Muster für ihre Kunst

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Neue Forschung an 18.000 Jahre alten Venusfigurinen aus der Ukraine zeigt, wie Eiszeit-Handwerker natürliche Linien im Mammutelfenbein in künstlerische Motive verwandelten.

Eiszeit-Künstler nutzten natürliche Mammutelfenbein-Muster für ihre Kunst
Bildnachweis: Phys.org - Archaeology & Fossils

Eine neue Untersuchung von 18.000 Jahre alten weiblichen Figuren aus Mammutelfenbein, die in der archäologischen Stätte Mizyn im Norden der Ukraine entdeckt wurden, hat ergeben, dass Künstler der Eiszeit die natürlichen Wachstumslinien des Elfenbeins als Teil ihrer Entwürfe nutzten [1]. Diese Entdeckung ist von großer Bedeutung, da sie zeigt, dass prähistorische Menschen das Material nicht nur bearbeiteten, sondern auch eine tiefe ästhetische Verbindung zu seiner natürlichen Struktur aufbauten.

Perfekte Verschmelzung von Natur und Kunst

Laut der in der Fachzeitschrift npj Heritage Science veröffentlichten Studie untersuchten die Handwerker der Eiszeit die natürlichen Wachstumslinien im Inneren des Mammutelfenbeins, bekannt als 'Schreger- und Owen-Linien', äußerst sorgfältig [2]. Die Forscher stellten fest, dass die auf die Oberfläche der Figuren eingravierten komplexen geometrischen Muster und Zickzack-Motive so gestaltet waren, dass sie diesen natürlichen Linien des Elfenbeins folgten oder sie nachahmten.

Verborgene Geometrie in den Mizyn-Figurinen

Im Rahmen der Forschung wurden 18 Elfenbeinfiguren, die als 'Venus'-Figurinen bekannt sind und in der Siedlung Mizyn im Norden der Ukraine gefunden wurden, detailliert analysiert [3]. Ein internationales Team von Experten der University of York, der University of Stavanger und des Nationalen Historischen Museums der Ukraine deckte auf, dass die Vertiefungen auf den Figuren nicht zufällig waren, sondern in völliger Harmonie mit der faserigen Struktur des Elfenbeins geformt wurden.

Die Experten betonen, dass die Menschen der Eiszeit die physikalischen Eigenschaften des Elfenbeins sehr gut kannten und die natürliche Neigung des Materials zu Rissen oder Abblättern in einen künstlerischen Vorteil umwandelten. Dies deutet darauf hin, dass prähistorische Gemeinschaften nicht nur ums Überleben kämpften, sondern auch über einen hochentwickelten ästhetischen Sinn verfügten, der die Rohstoffe ihrer Umwelt tiefgehend analysierte.