Flachkopf-Syndrom bei eisenzeitlichen Säuglingen nachgewiesen

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Untersuchungen an 3.000 Jahre alten Gräbern der Picener in Italien zeigen, dass das Flachkopf-Syndrom bereits in der Antike weit verbreitet war.

Flachkopf-Syndrom bei eisenzeitlichen Säuglingen nachgewiesen
Bildnachweis: Phys.org - Archaeology & Fossils

Archäologische Ausgrabungen in Mittelitalien haben ein überraschendes physisches Merkmal des Volkes der Picener ans Licht gebracht, das vor etwa 3.000 Jahren dort lebte. Bei der Untersuchung der Schädel von Dutzenden Individuen, die in schlafähnlicher Seitenlage mit angezogenen Knien bestattet wurden, stellten Forscher deutliche Abflachungen fest, die im Säuglingsalter entstanden sind. [1]

Dieser Zustand, der in der modernen Medizin als „lagebedingte Plagiozephalie“ bezeichnet und heute oft mit der Rückenlage von Säuglingen in Verbindung gebracht wird, war offenbar auch im eisenzeitlichen Italien verbreitet. Archäologen weisen darauf hin, dass diese physische Veränderung eher ein Nebeneffekt kultureller Pflegegewohnheiten war – wie etwa das lange Verweilen in derselben Position oder das Schlafen in harten Wiegen – als eine absichtliche Praxis der Schädeldeformation.

Säuglingspflege und Schlaf in der Antike

Die Forschung liefert wichtige Hinweise darauf, wie Säuglinge in antiken Gesellschaften aufgezogen wurden. Moderne Leitfäden und Empfehlungen zur Schlafposition für einen sicheren Babyschlaf suchen im Grunde nach Lösungen für ein Problem, das so alt ist wie die Menschheit selbst. [3] Die Funde in den Gräbern der Picener zeigen, dass Eltern jener Zeit mit ähnlichen entwicklungsbedingten Prozessen konfrontiert waren.

Während solche Schädelveränderungen im historischen Kontext oft einen bestimmten sozialen Status oder ästhetische Ideale repräsentierten, wird die Situation bei den Picenern eher als Teil des alltäglichen Lebens bewertet. [2] Experten betonen, dass diese Erkenntnisse der Literatur über Kindergesundheit und -entwicklung im antiken Italien neue Impulse verleihen. Die Entdeckung beweist einmal mehr, dass die menschliche Biologie seit Jahrtausenden in gleicher Weise auf Umweltfaktoren und kulturelle Gewohnheiten reagiert.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Phys.org - Archaeology & Fossils / phys.org