Genetische Daten präzisieren den Zeitpunkt der ersten Besiedlung Amerikas

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Eine neue Studie zu antiker DNA zeigt, dass die Vorfahren heutiger indigener Völker Amerika vor etwa 21.000 Jahren erreichten und liefert neue Fakten zur Migrationsdebatte.

Genetische Daten präzisieren den Zeitpunkt der ersten Besiedlung Amerikas
Bildnachweis: Archaeologymag

Die Wissenschaft sucht weiterhin nach Antworten auf die Frage, wann und wie die ersten Menschen den amerikanischen Kontinent betraten. Eine neue Analyse antiker DNA deutet darauf hin, dass die Vorfahren der heutigen indigenen Völker Amerika vor etwa 21.000 Jahren, gegen Ende des Letzteiszeitlichen Maximums, erreichten [1]. Dieser Befund verdeutlicht, dass die menschliche Präsenz auf dem Kontinent ein weitaus komplexeres genetisches Erbe aufweist als bisher angenommen.

Migration inmitten der Eiszeit

Forscher analysierten genetische Daten von Populationen, die mit antiken Gruppen in Nordasien und Beringia in Verbindung stehen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich diese Gruppen während der kältesten Phasen der Eiszeit in verschiedene Abstammungslinien aufspalteten. Das Genom des in Montana gefundenen Anzick-1-Kindes, das auf etwa 12.800 Jahre vor heute datiert wird, bildet als älteste Probe des Kontinents die Basis für diese genetischen Modelle [2]. Die genetischen Daten bestätigen, dass die Diversifizierung der Vorfahren indigener Völker bereits lange vor diesem Zeitpunkt, vor etwa 21.000 Jahren, begann.

Umstrittene Fundstätten und verlorene Linien

Diese Datierung steht in einem interessanten Kontrast zu einigen archäologischen Stätten wie White Sands in New Mexico. Obwohl dort gefundene menschliche Fußabdrücke auf ein Alter von etwa 23.000 Jahren datiert wurden, konnte von dieser Population bisher kein antikes Genom gewonnen werden [4]. Forscher ziehen in Betracht, dass diese frühen Gruppen ausgestorben sein könnten, ohne ein genetisches Erbe in den heutigen indigenen Völkern zu hinterlassen, oder dass sie einer bisher noch nicht beprobten Abstammungslinie angehörten.

Ein komplexer Ausbreitungsprozess

Nach dem Betreten des Kontinents trennten sich vor etwa 15.000 Jahren die nördlichen und südlichen indigenen Linien voneinander. Während dieses Prozesses blieben Populationen über Jahrtausende in Bewegung, isolierten sich und vermischten sich erneut. Insbesondere Südamerika war Schauplatz mehrerer Migrationswellen zu unterschiedlichen Zeitpunkten [3]. Obwohl die vorliegenden genetischen Belege eine Migration, die älter als 21.000 Jahre ist, nicht völlig ausschließen, erfordern solche Thesen den Nachweis einer genetischen Verbindung zwischen noch älteren Populationen und den heutigen Indigenen.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Archaeologymag / archaeologymag.com