Goldzüngige Mumien in Ägypten: Die Suche nach der Stimme im Jenseits

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In alten Gräbern bei El-Bahnasa entdeckte Mumien mit goldenen Zungen geben neue Einblicke in den altägyptischen Glauben an das Jenseits und die Kommunikation mit den Göttern.

Goldzüngige Mumien in Ägypten: Die Suche nach der Stimme im Jenseits
Bildnachweis: Live Science - Archaeology

Bei Ausgrabungen in der antiken Stadt El-Bahnasa (Oxyrhynchus) in Ägypten sind außergewöhnliche Mumien entdeckt worden, in deren Mündern sich aus Gold gefertigte Zungen befanden. Diese Funde, die durch eine gemeinsame Mission spanischer und ägyptischer Archäologinnen und Archäologen freigelegt wurden, gelten als besonders bedeutend, weil sie einzigartige Hinweise auf den altägyptischen Glauben an das Leben nach dem Tod liefern – insbesondere auf den Wunsch, im Jenseits mit den Göttern zu sprechen und sich vor ihnen verteidigen zu können.

Das Fleisch der Götter aus Gold und die Redekunst im Jenseits

Nach altägyptischer Vorstellung galt Gold als das Fleisch der Götter. Forschende gehen davon aus, dass das Einlegen goldener Zungen in den Mund der Verstorbenen dazu dienen sollte, ihnen im Jenseits die Fähigkeit zu verleihen, mit Osiris, dem Herrscher der Unterwelt, zu sprechen und sich vor ihm zu rechtfertigen [2]. Zugleich wird angenommen, dass nicht alle in den Gräbern gefundenen Goldobjekte tatsächlich Zungen darstellen. Einige könnten in Form von Weizenähren gestaltet worden sein, die Fruchtbarkeit und Fülle symbolisieren.

Ähnliche Rituale in verschiedenen Epochen

Die Funde goldzüngiger Mumien sind nicht auf El-Bahnasa beschränkt. Auch auf dem antiken Friedhof von Qewaisna nördlich von Kairo wurden Mumien mit in Gold verwandelten Zungen freigelegt [3]. Die dortigen Gräber datieren zwischen 300 v. Chr. und 640 n. Chr. und belegen, dass die Tradition der Goldzunge in Ägypten über verschiedene Epochen hinweg und in einem weiten geographischen Raum praktiziert wurde [5]. Forschende vermuten, dass im Zuge des Einbalsamierungsprozesses die natürlichen Zungen entfernt und durch diese Goldbleche ersetzt wurden.

Weitere Rätsel der antiken Welt

Zu den weiteren archäologischen Meldungen der Woche zählen neue Thesen zu rund 4.000 Jahre alten Skeletten ägyptischer Prinzessinnen. Ihre Untersuchung legt nahe, dass diese Frauen möglicherweise militärisch ausgebildet waren oder an der Jagd teilnahmen. Außerdem sorgen die Entdeckung eines antiken Streitwagens, der einem rätselhaften Gemeinwesen zugeschrieben wird, das offenbar seine eigenen Gebäude in Brand setzte und spurlos verschwand, sowie die erneute Deutung einer bislang für männlich gehaltenen, nun aber als weiblich identifizierten Schamanin der Bronzezeit für Diskussionen über die Geheimnisse der Vergangenheit. Ergänzende Quellen und vertiefende Lektüre dazu unter [1].

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Live Science - Archaeology / livescience.com