Größte Münzstätte der antiken Welt möglicherweise in Frankreich entdeckt

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Ausgrabungen in Corent, Frankreich, enthüllen ein monumentales Zentrum der Münzprägung, das die wirtschaftliche Macht Galliens vor der römischen Eroberung belegt.

Größte Münzstätte der antiken Welt möglicherweise in Frankreich entdeckt
Bildnachweis: Popularmechanics

Die Ausgrabungen in der antiken Stadt Corent im Zentrum Frankreichs haben Erkenntnisse geliefert, welche die Wirtschaftsgeschichte der antiken Welt grundlegend verändern könnten. Auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern, die seit rund 25 Jahren untersucht wird, wurde ein gewaltiges Zentrum zur Münzherstellung aus der vorrömischen gallischen Zeit identifiziert. Archäologen bewerten dieses Areal als die beeindruckendste Münzstätte der keltischen Welt, die vor der römischen Eroberung als wirtschaftliches Herz der Region diente [1].

Spuren von Gold und Silber

Frühere Forschungen ließen vermuten, dass in der Region lediglich eine bescheidene Produktion von Bronzemünzen stattfand. Jüngste Grabungen brachten jedoch Schrötlinge, Formfragmente und Metallabfälle ans Licht, die belegen, dass hier Gold- und Silbermünzen in großem Umfang geprägt wurden. Insbesondere eine gefundene Bleischeibe deutet darauf hin, dass die Arbeiter der antiken Münzstätte Blei als eine Art Probematerial verwendeten, um ein neues Design zu testen, bevor es in Gold oder Silber geprägt wurde. Die Darstellungen von Pferd, Reiter und Rad auf dieser Scheibe stimmen exakt mit den berühmten Stater-Münzen der Arverner überein, die das Fundament des keltischen Handels bildeten.

Zentrum wirtschaftlicher Macht

Laut Grabungsleiter Matthieu Poux offenbart dieser Fund, dass Corent nicht nur eine Siedlung, sondern das wirtschaftliche Machtzentrum des Stammes der Arverner war. In der Antike war die Münzprägung das greifbarste Zeichen für politische Autorität und militärische Stärke. Ähnlich bestätigten bereits in der antiken Stadt Notion in Anatolien gefundene Goldmünzen, die vermutlich zur Bezahlung von Söldnern aufbewahrt wurden, die kritische Rolle solcher Edelmetalle in der Kriegs- und Diplomatiegeschichte [2]. Das Ausmaß der Produktionskapazität in Corent beweist, dass Gallien bereits lange vor der römischen Kontrolle über ein komplexes Finanzsystem verfügte.

Produktionstechnologie und Recycling

Die Forscher führen das überraschende Fehlen von Metallabfällen im Produktionsbereich darauf zurück, dass die Arbeiter überschüssiges Material kontinuierlich einschmolzen und in neue Schrötlinge umwandelten. Die Münzprägung in der Antike basierte in der Regel darauf, dass gegossene Schrötlinge erhitzt und mit Stempeln aus Bronzelegierungen geschlagen wurden [6]. Die Funde in Corent zeigen, dass dieser Prozess in einem für die damalige Zeit beispiellosen industriellen Maßstab durchgeführt wurde. Dieses riesige Produktionszentrum gilt als stiller Zeuge des enormen Reichtums, über den die Region vor den Gallischen Kriegen verfügte. Weitere Quellen und vertiefende Lektüre zu diesem Kontext finden sich unter [3].

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Popularmechanics / popularmechanics.com