Ägyptisches Glas an 2.000 Jahre altem Streitwagen-Beschlag in Britannien entdeckt

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Analysen am Ashmolean Museum zeigen: Ein eisenzeitlicher Zügelring aus Britannien enthält blaues Glas aus Ägypten – ein Beleg für antike Handelsnetze.

Ägyptisches Glas an 2.000 Jahre altem Streitwagen-Beschlag in Britannien entdeckt
Bildnachweis: Arkeonews

Ein kleines archäologisches Objekt, das seit Jahren im Ashmolean Museum in Oxford ausgestellt wird, hat eine bahnbrechende Erkenntnis über die grenzüberschreitenden Handelsnetzwerke der Antike geliefert. Wissenschaftliche Analysen an einem rund 2.000 Jahre alten bronzenen Zügelring, einem sogenannten „Terret“, der zur Führung der Leinen an Streitwagen diente, ergaben, dass die blauen Glasverzierungen auf dem Objekt aus dem alten Ägypten stammen [1].

Die tausende Kilometer lange Reise des blauen Glases

Hochenergetische Röntgenuntersuchungen an der nationalen Synchrotron-Anlage Diamond Light Source konnten die chemischen Signaturen der zwei verschiedenfarbigen Glasarten auf dem Ring differenzieren. Während das rote Glas als eine lokale Variante identifiziert wurde, die in den eisenzeitlichen Gemeinschaften Britanniens weit verbreitet war, wies das blaue Glas aufgrund seines hohen Eisen- und niedrigen Kupfergehalts eine Herkunft aus dem östlichen Mittelmeerraum und Ägypten auf [2]. Dieser Befund belegt, dass britische Handwerker importierte Materialien mit ihrem eigenen lokalen ästhetischen Verständnis kombinierten, um einzigartige Artefakte zu schaffen.

Handelsnetzwerke und kultureller Austausch

Der Zeitraum, in den der Fund datiert wird (ca. 50 v. Chr. bis 75 n. Chr.), umfasst eine kritische Ära, in der Britannien durch das Römische Reich besetzt wurde. Experten gehen davon aus, dass das ägyptische Glas Britannien nicht notwendigerweise durch einen direkten Händler erreichte, sondern über verschiedene Gemeinschaften und Handelszentren im Mittelmeerraum weitergereicht wurde, bis es auf die Insel gelangte [5]. In ähnlicher Weise liefert die interkontinentale Zirkulation von Luxusgütern und Verzierungen in der Antike wichtige Daten zum Verständnis der technologischen und sozialen Strukturen jener Zeit [3].

Verborgene Geschichte in Museumssammlungen

Diese Entdeckung unterstreicht die Bedeutung der erneuten Untersuchung bestehender Museumssammlungen mit moderner Technologie gegenüber neuen Ausgrabungen. Die Kuratoren des Ashmolean Museums betonten, dass das Objekt äußerlich wie ein gewöhnlicher Teil eines Pferdegeschirrs wirke, die chemischen Analysen jedoch eine jahrtausendealte Logistikgeschichte ans Licht gebracht haben. Das betreffende Artefakt erinnert die Besucher in der Ausstellung „Harnessing Power“ des Museums weiterhin an die globalen Verbindungen der antiken Welt.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Arkeonews / arkeonews.net