In den Pyrenäen entdeckt: 5500 Jahre altes Kupferverarbeitungslager

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In der Höhle 338 in den Pyrenäen wurde ein 5500 Jahre altes Kupferverarbeitungslager mit menschlichen Überresten und persönlichen Gegenständen gefunden. Die Entdeckung widerspricht alten Annahmen über die Nutzung hochalpiner Regionen.

In den Pyrenäen entdeckt: 5500 Jahre altes Kupferverarbeitungslager
Bildnachweis: Phys.org - Archaeology & Fossils

Archäologische Tiefenanalyse

In den Pyrenäen, in einer Höhe von 2.235 Metern über dem Meeresspiegel, wurde in der Höhle 338 eine archäologische Untersuchung durchgeführt, die auf ein Kupferverarbeitungslager aus der Zeit vor etwa 5.500 Jahren hinweist. Die Forscher fanden dort Fragmente von Malachit (Kupfererz), stark verkohlte Bereiche und Spuren verarbeiteter Materialien. Diese Funde belegen, dass die Region nicht nur vorübergehend, sondern wiederholt und gezielt zur Rohstoffverarbeitung genutzt wurde [1].

Zusätzlich wurden in der Höhle menschliche Überreste, darunter ein Kindsschädel und ein Fingerknochen, sowie zwei persönliche Gegenstände entdeckt. Einer davon ist eine lange Halskette aus einem Meeresmuschel (Glycymeris), der andere ein Schmuckstück aus einem durchbohrten Braunbärenzahn (Ursus arctos) [2]. Diese Objekte lassen vermuten, dass die Höhle möglicherweise nicht nur für Bergbau, sondern auch für rituelle oder bestattungsbezogene Aktivitäten genutzt wurde. Diese Interpretation ist jedoch noch nicht abschließend [3].

Die Funde stellen die frühere Annahme in Frage, dass hochalpine Regionen in der Vorgeschichte lediglich als Transitwege dienten. Die Forscher vermuten, dass die Höhle über einen Zeitraum von etwa 2.000 Jahren wiederholt aufgesucht wurde [3]. Obwohl es sich nicht um eine ständige Siedlung handelte, deutet die regelmäßige Nutzung auf eine geplante und nachhaltige Zugänglichkeit hin.

Die Ausgrabungen werden in diesem Jahr erneut aufgenommen, und die Wahrscheinlichkeit, weitere Funde in tieferen Schichten zu finden, ist hoch [1]. Die bisher gesammelten Daten liefern ein bedeutendes Datenset, das das Anpassungsvermögen prähistorischer Gemeinschaften an hochalpine Umgebungen und ihre Strategien zur Ressourcenauswertung besser verstehen lässt.

Kritische Funde

  • Die Höhle 338 liegt in den Pyrenäen an der spanisch-französischen Grenze und befindet sich in einer Höhe von 2.235 Metern.
  • Spuren der Malachitverarbeitung datieren auf etwa 5.500 Jahre vor heute und belegen, dass die Region über einen Zeitraum von 2.000 Jahren wiederholt genutzt wurde.
  • Ein Kindsschädel, ein Fingerknochen, eine aus einer Meeresmuschel gefertigte Halskette und ein aus einem durchbohrten Braunbärenzahn hergestelltes Schmuckstück wurden gefunden.

Historischer Kontext und Verbindungen zur Vergangenheit

Archäologen gingen lange davon aus, dass hochalpine Gebiete in der Vorgeschichte nur kurzfristig für Jagd oder als Transitwege genutzt wurden [4]. Doch in den letzten Jahren haben Entdeckungen wie die 47.000 Jahre alten Siedlungsreste in den Bale-Bergen in Äthiopien auf einer Höhe von 11.000 Fuß sowie Folsom-Jagdplätze in den Rocky Mountains in den USA diese Annahme in Frage gestellt [5][6]. Die Funde in der Höhle 338 in den Pyrenäen gehören ebenfalls zu den Beweisen, die diese neue Perspektive stützen.

Ähnliche Entdeckungen:

  • Hohe Siedlung aus der Zeit vor 47.000 Jahren in Äthiopien: In den Bale-Bergen wurden dort Steingeräte, Tierknochen und Glasperlen auf einer Höhe von 11.000 Fuß gefunden. Dies zeigt, dass Menschen bereits sehr früh in hohe Lagen adaptiert waren.
  • Folsom-Jagdlager in den Rocky Mountains: In den USA wurden Spuren von Menschen aus der Folsom-Periode in einer Höhe von 3.097 Metern entdeckt. Dies belegt, dass die bergige Region nicht nur vorübergehend, sondern strategisch genutzt wurde.

Archäologische Notiz

Diese Entdeckung zeigt, dass wir die Rolle hochalpiner Regionen in prähistorischen Ökonomien neu bewerten müssen. Die Kombination aus Produktionsspuren, persönlichen Gegenständen und menschlichen Überresten in der Höhle deutet darauf hin, dass ihre Funktion über den reinen Bergbau hinausging. Um festzustellen, ob es sich um eine Bestattungsstätte oder lediglich um einen Ort handelte, an dem Gegenstände verloren gingen, sind jedoch weitere Daten erforderlich. Entscheidend ist, dass die wiederholte Nutzung solcher Gebiete die geografische Wissensakquisition und Planungsfähigkeit prähistorischer Gemeinschaften belegt [3].

Quellen und weiterführende Lektüre

  • [1] ‘They weren’t burned by accident’: burned stone, child’s bones, and lost jewelry could reveal prehistoric mining camp high in the Pyrenees. frontiersin.org. Zum Originaltext
  • [2] 'They weren't burned by accident': Mysterious green rocks discovered high in Pyrenees reveal ancient copper-smelting camp | Live Science. livescience.com. Zum Originaltext
  • [3] Early Humans Returned to This Pyrenees Cave for 2,000 Years and Left Bones, Hearths, and Rare Jewelry | Discover Magazine. discovermagazine.com. Zum Originaltext
  • [4] [PDF] Ephemeral Archaeology on the Mountain of the Sorrel Deer. blm.gov. Zum Originaltext
  • [5] Archaeologists Uncover Evidence of an Ancient High-Altitude Human Dwelling. smithsonianmag.com. Zum Originaltext
  • [6] Walking closer to the sky: High-altitude landscapes and the peopling of the New World. sciencedirect.com. Zum Originaltext