Archäologische Tiefenanalyse
In archäologischen Ausgrabungen in Mittelchina wurden komplexe Steinwerkzeuge aus der Eiszeit entdeckt, die zur Zerschneidung von Tieren verwendet wurden. Die Forscher betonen, dass diese Funde nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch die Existenz menschlicher Kreativität unter schwierigen klimatischen Bedingungen belegen [1]. Die Ausgrabungen laufen bereits seit etwa zehn Jahren und die Werkzeuge, die zwischen Knochenhaufen gefunden wurden, weisen auf einen geplanten Produktionsprozess hin [2].
Die gefundenen Werkzeuge datieren in das späte Mittelpleistozän (ungefähr 300.000 bis 120.000 Jahre vor heute) und stellen eine direkte Herausforderung für die frühere Annahme dar, dass in Ostasien zu dieser Zeit technologische Fortschritte begrenzt waren [1]. Insbesondere die scheibenförmigen Steinkeimlinge aus dem Ausgrabungsort Lingjing wurden durch gezielte Schläge mit kleinen Steinen auf größere Keimlinge hergestellt, was auf einen vorher geplanten Produktionsprozess hindeutet [2].
Kritische Funde
- Komplexe Steinwerkzeuge für die Tierzerschneidung aus der Eiszeit wurden in Mittelchina entdeckt.
- Die Werkzeuge stammen aus dem späten Mittelpleistozän (300.000–120.000 Jahre vor heute) und wurden aus dem Ausgrabungsort Lingjing geborgen.
- Die Funde stellen eine Herausforderung für die frühere Annahme dar, dass in Ostasien zu dieser Zeit technologische Entwicklung begrenzt war.
Historischer Kontext und Verbindungen zur Vergangenheit
Im mittleren Pleistozän galt Ostasien im Vergleich zu Europa und Afrika als technologisch weniger entwickelt. Frühere Studien vertraten die Ansicht, dass menschliche Gruppen zu dieser Zeit einfache Werkzeugsets verwendeten [1]. Doch die jüngsten Untersuchungen an Ausgrabungsorten wie Lingjing und Xiamabei haben diese Annahme in Frage gestellt. So deuten Funde aus Xiamabei, die auf etwa 40.000 Jahre zurückgehen, auf kulturellen Austausch zwischen Homo sapiens und einer lokalen menschlichen Gruppe hin [4].
Ähnliche Entdeckungen:
- Spuren von Elefantenjagd in Neumark-Nord: In Neumark-Nord, Deutschland, wurden bei Ausgrabungen aus der Zeit vor etwa 75.000 Jahren mehr als 70 Elefantenknochen mit geraden Rüsseln und Steinwerkzeugen gefunden. Diese Funde stützen ebenfalls die Existenz komplexer Zerschneidungsverhaltens während der Eiszeiten [5].
- Fortgeschrittene Steinmesser in der Höhle Qesem: In der Höhle Qesem in Israel wurden etwa 400.000 Jahre alte Steinmesser entdeckt, die speziell zur Fleischzerschneidung hergestellt wurden. Forscher vergleichen diese Werkzeuge mit einem modernen Schlachthofset [6].
Archäologische Notiz
Dieser Fund zeigt, dass menschliche Kreativität nicht nur in Zeiten reichlicher Ressourcen, sondern auch während der extremen Bedingungen der Eiszeit entwickelt werden konnte. Dennoch bleiben Fragen offen: Wer hat diese Werkzeuge hergestellt? Zu welcher menschlichen Art gehörten sie? Und in welchem sozialen Kontext fand ihre Produktion statt? Die vorliegenden Daten deuten darauf hin, dass die Bewertung der technologischen Entwicklung in Ostasien während des mittleren Pleistozäns neu überdacht werden muss [2].
Quellen und weiterführende Lektüre
- [1] An extinct human species made surprisingly creative butchery tools. popsci.com. Zum Originaltext
- [2] Ice Age butcher’s tools are a sign of ancient humans’ creativity during hard times | EurekAlert!. eurekalert.org. Zum Originaltext
- [3] Ice Age Tools Reveal Ancient Human Ingenuity | Mirage News. miragenews.com. Zum Originaltext
- [4] A puzzling mix of artifacts raises questions about Homo sapiens .... sciencenews.org. Zum Originaltext
- [5] New study on Neanderthal hunting and butchery. bradshawfoundation.com. Zum Originaltext
- [6] Centuries-Old Cave Reveals Secrets of Ancient Humans. voanews.com. Zum Originaltext