Legendäre Zongzi-Bündel in 2200 Jahre altem Königsgrab in China entdeckt

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Archäologen entdecken im Wuwangdun-Grab in Blätter gewickelte Getreidebündel, die Licht auf die Legende um Qu Yuan und das Drachenbootfest werfen.

Legendäre Zongzi-Bündel in 2200 Jahre altem Königsgrab in China entdeckt
Bildnachweis: Arkeonews

Bei Ausgrabungen im antiken Wuwangdun-Grab in der chinesischen Provinz Anhui haben Archäologen etwa 2200 Jahre alte, sorgfältig in Blätter gewickelte Getreidebündel ans Tageslicht gebracht. Diese Funde, die in die Zeit des Chu-Königreichs datiert werden, blieben dank der sauerstofffreien Umgebung in der wassergefüllten Grabkammer bis heute erhalten. Die Entdeckung liefert die ältesten materiellen Beweise für die Ursprünge des Drachenbootfestes, das in der chinesischen Kultur tief verwurzelt ist und bis heute gefeiert wird [1].

Symbolische Opfergaben für rituelle Zwecke

Mikroskopische Analysen der in der Ostkammer des Grabes gefundenen Bündel zeigten, dass es sich bei diesen Umhüllungen nicht um einfache „Lunchpakete“ handelte, wie zunächst vermutet. Neben Reis- und Hirsekörnern wurden Blüten von Weizen und Gerste sowie eine hohe Konzentration an Pollen nachgewiesen – Pflanzenteile, die normalerweise nicht verzehrt werden. Aufgrund des Fehlens von Stärkekörnern gehen die Forscher davon aus, dass diese Pakete weder Mehl noch Teig enthielten, sondern als rein symbolische rituelle Opfergaben konzipiert waren. Dass ähnliche Bündel auch in anderen Siedlungen der Chu-Zeit in der Region, wie etwa Chengyangcheng, gefunden wurden, belegt, dass diese Praxis eine im gesamten Königreich verbreitete Bestattungstradition war [1].

Von der Legende zur archäologischen Realität

Die Funde weisen eine frappierende Ähnlichkeit mit der Legende des berühmten Dichters und Staatsmannes Qu Yuan auf, der im 3. Jahrhundert v. Chr. lebte. Der Überlieferung nach stürzte sich Qu Yuan aus Gram über die Besetzung seiner Heimat in den Miluo-Fluss; um zu verhindern, dass Fische seinen Körper fraßen, warf das Volk in Blätter gewickelte Reispakete (Zongzi) in das Wasser. Die Entdeckung in Wuwangdun deckt sich zeitlich und geografisch exakt mit dem Kontext dieser Erzählung [1]. Diese Funde aus China symbolisieren die uralte Verbindung zwischen Nahrung und Ritual zur Ergründung antiker Glaubenssysteme, vergleichbar mit den 5.000 Jahre alten Brotresten vom Küllüoba Höyük in der Türkei [6].

Archäologen betonen, dass diese Entdeckung die Legende zwar nicht direkt verifiziert, aber materiell belegt, dass Menschen jener Zeit Getreide in Blätter wickelten und verschnürten, um es für sakrale Zwecke zu nutzen. Die Tradition der „Zongzi“, die in schriftlichen Quellen des 3. bis 6. Jahrhunderts n. Chr. beschrieben wird, hat damit ein archäologisches Fundament erhalten. Dieser Fund gilt als entscheidender Schritt, um die komplexe Ritualwelt des antiken Chinas und die über Jahrtausende überdauernde kulturelle Kontinuität zu verstehen. Weitere Quellen und vertiefende Lektüre zur Stärkung dieses Kontextes finden sich unter [2] [3].

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Arkeonews / arkeonews.net