Menschenopfer im Alten Ägypten: Wurden Diener für die ersten Könige getötet?

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Neue Untersuchungen an Schädeln aus der Nekropole Umm el-Qa'ab deuten darauf hin, dass Diener der Ersten Dynastie als Grabbeigaben für ihre Könige geopfert wurden.

Menschenopfer im Alten Ägypten: Wurden Diener für die ersten Könige getötet?
Bildnachweis: The Guardian - Archaeology

Eine neue Forschungsarbeit in Umm el-Qa'ab bei Abydos, einer der ältesten königlichen Nekropolen Ägyptens, hat ein dunkles Ritual der antiken Welt ans Licht gebracht. Ein Team unter der Leitung von Dr. Roselyn Campbell von der Purdue University untersuchte Schädel aus Dienergräbern der Ersten Dynastie (um 3000 v. Chr.) und fand signifikante Beweise dafür, dass diese Personen nicht eines natürlichen Todes starben, sondern durch Gewaltanwendung getötet wurden [1].

Tödliche Spuren an den Schädeln

Im Rahmen der Studie wurden 46 Schädel analysiert, die aus den Neben- oder Begräbnisstätten rund um die Grabkomplexe von König Dscher, König Djet und Königin Merneith stammen. Bei 18 der untersuchten Proben wurden schwere Traumata festgestellt, die zum Zeitpunkt des Todes oder unmittelbar davor eintraten. Insbesondere ein Hieb mit einem scharfen Gegenstand gegen das Auge eines Schädels verdeutlicht das Ausmaß der rituellen Gewalt. Archäologen gehen davon aus, dass diese Verletzungen nicht durch die damals üblichen Prunkkeulen verursacht wurden, mit denen Könige ihre Feinde erschlugen, sondern durch breite, flache Gegenstände aus Holz oder Horn.

Eine kurze Geschichte des Opferrituals

Umm el-Qa'ab diente als Hauptbestattungsplatz für die frühen Könige Ägyptens und deren Gefolge [3]. Der britische Ägyptologe Flinders Petrie, der in den 1920er Jahren die ersten Ausgrabungen durchführte, vermutete bereits damals, dass diese Gräber auf Menschenopfer hindeuteten, konnte jedoch keine physischen Beweise an den Knochen finden. Die neue Studie bestätigt Petries Theorie nun weitgehend unter Einsatz moderner forensischer Methoden. Den Forschern zufolge könnten Hofbeamte, Siegler und Handwerker getötet worden sein, um ihrem König nach dessen Tod im „ewigen Dienst“ beizustehen [2].

Warum wurde die Tradition aufgegeben?

Diese blutige Praxis scheint in der ägyptischen Geschichte nicht lange Bestand gehabt zu haben. Experten weisen darauf hin, dass die Zahl der geopferten Menschen gegen Ende der Ersten Dynastie abnahm und die Tradition mit Beginn der Zweiten Dynastie vollständig aufgegeben wurde. An die Stelle der Menschen traten kleine Statuetten, sogenannte „Uschebtis“, von denen man glaubte, dass sie in der Unterwelt zum Leben erwachen würden. Während einige Forscher vermuten, dass die Geopferten diesen Umstand als Privileg für ein ewiges Leben an der Seite des Gottkönigs betrachtet haben könnten, dürften viele andere große Angst vor diesem Schicksal gehabt haben.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: The Guardian - Archaeology / theguardian.com