Mittelalterliches Leprahospital in Kopenhagen entdeckt

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Bei Ausgrabungen in Kopenhagen wurden erstmals physische Überreste des Skt. Jørgens Gård Leprahospitals entdeckt, das bisher nur aus historischen Quellen bekannt war.

Mittelalterliches Leprahospital in Kopenhagen entdeckt
Bildnachweis: Medievalists

In der dänischen Hauptstadt Kopenhagen wurde eine bedeutende archäologische Entdeckung gemacht, die neues Licht auf die Stadtgeschichte wirft. Bei Ausgrabungen auf einem Baugelände am Gammel Kongevej wurden etwa 20 Skelette freigelegt, die vermutlich zum mittelalterlichen Leprahospital Skt. Jørgens Gård gehörten. Dieser Fund stellt den ersten physischen Beweis für die Existenz der Institution dar, die zwar seit Jahrhunderten in historischen Dokumenten erwähnt wird, deren genaue Lage jedoch bisher nicht durch archäologische Daten bestätigt werden konnte [1].

Isolation am Rande der Stadt

Aufgrund der ansteckenden Natur der Lepra wurden solche Hospitäler im mittelalterlichen Dänemark in der Regel außerhalb der Siedlungsgebiete errichtet. Das Gebiet am Gammel Kongevej, das heute sehr zentral in Kopenhagen liegt, war zu jener Zeit ein Isolationspunkt am Stadtrand. Gunvor Christiansen, Leiterin der archäologischen Abteilung des Museums Kopenhagen, erklärte, dass die Existenz eines Hospitals in diesem Bereich aus schriftlichen Quellen bekannt war, man nun jedoch zum ersten Mal auf physische Beweise gestoßen sei. Diese Entdeckung biete eine einzigartige Gelegenheit, das Leben der Kopenhagener im Mittelalter besser zu verstehen [2].

Zukünftige Forschungen und Krankheitsanalyse

Die Tatsache, dass die Skelette in übereinanderliegenden Schichten gefunden wurden, deutet darauf hin, dass der Friedhof über einen sehr langen Zeitraum aktiv genutzt wurde. Archäologen gehen davon aus, dass sich die Grenzen des Friedhofs unter die heutige Straße und möglicherweise bis auf die gegenüberliegende Seite erstrecken. Die moderne Bebauung und die Büroflächen in diesem Viertel haben die Spuren des antiken Hospitals über Jahrhunderte hinweg unter der Erde konserviert [3]. In der kommenden Zeit sollen detaillierte Laboruntersuchungen durchgeführt werden, um die Krankheitsspuren an den Skeletten zu analysieren und die tatsächlichen Auswirkungen der Lepra auf die mittelalterliche Gesellschaft deutlicher aufzuzeigen.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Medievalists / medievalists.net