Monumentales, 2.700 Jahre altes Etruskergrab in Italien entdeckt

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In der antiken Stadt Vulci wurde ein prunkvolles Grab mit Goldschmuck, Streitwagenteilen und seltenen Frauenschuhen aus der Zeit der Etrusker freigelegt.

Monumentales, 2.700 Jahre altes Etruskergrab in Italien entdeckt
Bildnachweis: Live Science - Archaeology

Die antike Stadt Vulci in der italienischen Provinz Viterbo ist Schauplatz einer Neuentdeckung, die die Fachwelt in Aufregung versetzt. Archäologen haben ein monumentales etruskisches Grab freigelegt, das auf etwa 2.700 Jahre datiert wird und vermutlich einer Person aus der obersten Gesellschaftsschicht gehörte. Diese als „Steinkammergrab“ bezeichnete Struktur wirft neues Licht auf die geheimnisvolle Welt der Etrusker, die Mittelitalien noch vor dem Aufstieg der römischen Zivilisation beherrschten.

Unvollendete Ausgrabung nach 135 Jahren abgeschlossen

Der Grundstein für diese bedeutende Entdeckung wurde bereits im Jahr 1889 durch den französischen Archäologen Stéphane Gsell gelegt. Gsell hatte die Grenzen eines kreisförmigen Grabhügels (Tumulus) identifiziert, konnte jedoch aufgrund mangelnder Mittel und Zeit die eigentliche Grabkammer nicht erreichen. Im Rahmen des Projekts „Return to Vulci“ setzte ein modernes Forschungsteam die Arbeit an der Stelle fort, an der Gsell aufgehört hatte, und fand schließlich die zentrale Bestattungsstätte im Herzen des Hügels [1]. Erste Untersuchungen zeigen, dass das Grab mit einem Durchmesser von etwa 31 Metern eines der größten Monumentalbauwerke in der Region darstellt.

Vom Streitwagen bis zu seltenen Schuhen

Bei den Ausgrabungen in den drei separaten Kammern des Grabes wurden unter den eingestürzten Decken zahlreiche wertvolle Artefakte gefunden, die über die Jahrhunderte konserviert blieben. Die Archäologen stießen auf Goldobjekte, Bronzeplatten, Waffen und Fragmente eines Streitwagens. Zu den bemerkenswertesten Funden zählen ein Bronzetripod, der offenbar auf der Insel Rhodos an der heutigen Südwestküste der Türkei gefertigt wurde, sowie ein seltenes Paar Frauenschuhe. Solche Luxusgüter belegen, wie stark die Etrusker in die weitverzweigten Handelsnetzwerke der antiken Welt integriert waren [2].

Stumme Zeugen der etruskischen Kultur

Da die etruskische Sprache bis heute nicht vollständig entschlüsselt ist, basiert ein Großteil unseres Wissens über diese Zivilisation auf archäologischen Daten aus Nekropolen wie Vulci [3]. Ein fast vollständiges Bankett-Set, dessen Gefäße noch in ihrer ursprünglichen Position von vor Jahrhunderten standen, erregte besondere Aufmerksamkeit. Die Forscher haben das Areal zum Schutz des Grabes und der Fundstücke vorübergehend versiegelt; umfassendere Untersuchungen sollen im Jahr 2027 fortgesetzt werden. Diese Entdeckung stellt zusammen mit anderen unversehrten Gräbern in der Region einen entscheidenden Referenzpunkt dar, um die religiösen Rituale und das tägliche Leben der Etrusker besser zu verstehen.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Live Science - Archaeology / livescience.com