Neue Studie zu antiken Bullae in Jerusalem beginnt

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Die israelische Altertumsbehörde startet eine umfassende Untersuchung antiker Bullae aus Jerusalem, um das Verwaltungssystem von der Zeit des Ersten bis zum Zweiten Tempel zu entschlüsseln.

Neue Studie zu antiken Bullae in Jerusalem beginnt
Bildnachweis: Jpost

Archäologische Tiefenanalyse

Die israelische Altertumsbehörde (IAA) hat eine umfassende Studie zu hunderten antiken Bullae (versiegelten Tonplatten), die bis heute in Jerusalem erhalten geblieben sind, eingeleitet. Die Forschung mit dem Titel „Versiegelt und versandt: Langfristige Nachverfolgung der Jerusalem-Bullae und ihre Auswirkungen auf die städtische Verwaltung“ wird unter der Leitung von Dr. Joe Uziel und Dr. Yiftah Shalev in Zusammenarbeit mit akademischen Institutionen durchgeführt [1]. Bullae waren kleine Tonversiegelungen, die im antiken Orient verwendet wurden, um sicherzustellen, dass Briefe vor unbefugtem Öffnen geschützt waren.

Kritische Erkenntnisse

  • Die Studie untersucht das Verwaltungssystem Jerusalems von der Zeit des Ersten Tempels bis zum Ende des Zweiten Tempels.
  • Bullae waren versiegelte Tonplatten, die zur Sicherstellung der Integrität antiker Briefe dienten.
  • Die Forschung wurde im Rahmen der israelischen Perfektionswoche von Dr. Joe Uziel und Dr. Yiftah Shalev vorgestellt.

Historischer Kontext und Verbindungen zur Vergangenheit

Bisher wurden in Jerusalem lediglich 162 epigraphische Bullae mit Schriftzeichen gefunden, die insgesamt 377 Wörter enthalten. Mit ikonografischen Bullae zusammen wird die Gesamtanzahl auf über 600 geschätzt [2]. In früheren Ausgrabungen wurden Bullae mit Namen wie „Natan-Melek, Diener des Königs“ aus der Bibel identifiziert [4]. Diese Funde belegen, dass Jerusalem während der Zeit des Königreichs Judäa ein komplexes und hochentwickeltes Verwaltungszentrum war [3].

Ähnliche Entdeckungen:

  • Königliche Siegel in Khirbet Summeily: Bei Ausgrabungen in Khirbet Summeily im Süden von Gaza wurden sechs offizielle Tonversiegelungen (Bullae) gefunden, die auf die Zeit König Davids und Salomos datiert werden. Diese Funde liefern weitere Hinweise auf die administrative Struktur des antiken Israel.

Archäologische Notiz

Bullae bieten aufgrund der Zerstörbarkeit organischer Dokumente seltenen, konkreten Beweis für antike Verwaltungssysteme. Diese Studie ist nicht nur von Bedeutung für die Identifikation individueller Namen, sondern auch für das Verständnis der Dokumentenverbreitung, der Materialnutzung und der Entwicklung der administrativen Hierarchie im Laufe der Zeit. Da jedoch die meisten Bullae über den antiquitätenmarkt erworben wurden und somit einen unsicheren archäologischen Kontext aufweisen, sind Analysen aus systematischen Ausgrabungen wissenschaftlich zuverlässiger [4]. Die genaue Auswahl der Bulla-Sammlungen und die Methodik der neuen Studie sind derzeit noch nicht bekannt, weshalb die Ergebnisse mit Vorsicht zu bewerten sind.

Quellen und weiterführende Lektüre

  • [1] IAA reveals new study focused on studying ancient Jerusalem bullae | The Jerusalem Post. jpost.com. Zum Originaltext
  • [2] First Temple Period Jerusalem: Unmatched Administrative Powerhouse | ArmstrongInstitute.org. armstronginstitute.org. Zum Originaltext
  • [3] IAA. jewishindependent.ca. Zum Originaltext
  • [4] 2,600-Year-Old Archaeological Find in Jerusalem has Biblical Name Inscribed on It | The Tower. thetower.org. Zum Originaltext