Archäologische Tiefenanalyse
Der Oscar-prämierte Regisseur Christopher Nolan bringt mit "Odyssey" seine Adaption des antiken griechischen Epos von Homer am 17. Juli in die Kinos. Nach den ersten Vorführungen erhält der Film überwiegend positive Kritiken. Laut einem Bericht der BBC gilt das Werk als erster abendfüllender Spielfilm Nolans seit "Oppenheimer", der 2023 den Oscar als Bester Film gewann, und wird als neuer Schritt in der Karriere des Regisseurs eingeordnet.[1][2] "Odyssey" basiert auf der langen und gefährlichen Heimreise des Königs Odysseus von Ithaka nach dem Trojanischen Krieg. Im Film verkörpert Matt Damon Odysseus, Anne Hathaway spielt seine Ehefrau Penelope, und Tom Holland ist als ihr Sohn Telemachos zu sehen. Robert Pattinson tritt als rücksichtsloser Widersacher Antinoos auf, während Zendaya, Charlize Theron und Lupita Nyong’o weitere Figuren aus der den Mythos umgebenden Welt übernehmen.[1][3] Die britische Zeitung The Telegraph bezeichnet "Odyssey" bereits jetzt als "Film des Jahres", während die Zeitung Metro schreibt, der Film werde "das Kino für immer verändern". Die Times spricht von einem "Meisterwerk in jeder Hinsicht", der Evening Standard nennt den Film ein "gewaltiges Stück Kino".[1][4] In Kritiken unter anderem bei Variety und The Independent werden bei einer Laufzeit von fast drei Stunden vor allem die groß angelegten Set-Designs, die Szenenkomposition und die visuelle Gestaltung hervorgehoben.[1][4] Demgegenüber greifen einige Kritiker eine aus früheren Nolan-Filmen bekannte Debatte wieder auf und bemängeln, dass Dialoge in bestimmten Szenen schwer zu verstehen seien und der punktuelle Einsatz zeitgenössischer Sprache die Atmosphäre der Antike störe. Danny Leigh von der Financial Times schreibt, manche Wortwahl habe ihn "aus der Vergangenheit herausgerissen", während Amy Nicholson von der Los Angeles Times der Ansicht ist, die moralische Schärfe und Widersprüchlichkeit der Figur des Odysseus sei abgeschwächt worden. In Berichten zur Entstehung des Films wird "Odyssey" als eine der ersten großen Epos-Adaptionen beschrieben, die vollständig mit IMAX-Kameras gedreht wurden, und es ist von einem Produktionsbudget von rund 250 Millionen Dollar die Rede. Dass Nolan erneut mit Kameramann Hoyte van Hoytema und Komponist Ludwig Göransson zusammenarbeitet, mit denen er bereits Filme wie "Interstellar", "Dunkirk", "Inception", "Memento" und die "The Dark Knight"-Trilogie realisiert hat, wird von Kritikerinnen und Kritikern als einer der Faktoren genannt, die die visuelle und akustische Welt des Films zusätzlich stärken.
Kritische Befunde
- "Odyssey" ist Christopher Nolans erster abendfüllender Spielfilm nach "Oppenheimer" aus dem Jahr 2023.
- Der Film adaptiert das Homer zugeschriebene Epos "Odyssee" und erzählt die Heimreise von König Odysseus von Ithaka nach dem Trojanischen Krieg.
- In den Hauptrollen sind Matt Damon (Odysseus), Anne Hathaway (Penelope), Tom Holland (Telemachos), Robert Pattinson (Antinoos) sowie Zendaya, Charlize Theron und Lupita Nyong’o als Teil eines großen Ensembles zu sehen.
- In Berichten wird die Produktion als eine vollständig mit IMAX-Kameras gedrehte Epos-Adaption beschrieben; das Budget wird mit rund 250 Millionen Dollar angegeben.
Historischer Kontext
Die Homer zugeschriebenen Epen "Ilias" und "Odyssee" zählen in der antiken griechischen Welt zu den zentralen Texten, die das kollektive Gedächtnis rund um den Trojanischen Krieg und seine Folgen prägten.[3][2] Nolans Film "Odyssey" bringt diese epische Erzählung in einer modernen Adaption als Begegnung des Publikums mit der Ägäis-Landschaft nach dem Trojanischen Krieg und mit einer Reise, die eng mit mythologischen Wesen und Motiven verwoben ist.[1][5] In Berichten von Cumhuriyet und NTV wird besonders hervorgehoben, dass der Film Homers klassisches Epos im IMAX-Format auf die große Leinwand bringt. In diesem Rahmen erscheint "Odyssey" als eine zeitgenössische Adaption, die nicht nur an die Tradition der antiken griechischen Epen anknüpft, sondern auch dazu beiträgt, historische und archäologische Landschaften wie Troja und Ithaka, die heute auf dem Staatsgebiet der Türkei beziehungsweise Griechenlands liegen, in der Populärkultur neu sichtbar zu machen.
Archäolog*innen-Notiz
Aus editorischer Perspektive fällt "Odyssey" als Versuch auf, ein antikes Epos mit einer hoch budgetierten und technisch ambitionierten Produktion einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dass ein Großteil der Kritikerinnen und Kritiker den Film auf der Ebene eines "Meisterwerks" verortet, weist insbesondere auf eine starke visuelle Erzählweise und eindrucksvolle Szenenbilder hin.[1][4] Gleichzeitig deuten die Kritik an der Verständlichkeit der Dialoge und am Einsatz moderner Sprache sowie die Einschätzung, die moralische Komplexität des Odysseus sei abgeflacht, darauf hin, dass Fragen der Texttreue gegenüber dem antiken Original und der Interpretation der Figuren auch künftig diskutiert werden dürften. Aus Sicht des kulturellen Erbes und der Darstellung antiker Erzählstoffe ist es bedeutsam, dass Schauplätze wie der Trojanische Krieg und Ithaka durch den Film eines weltweit bekannten Regisseurs erneut ins öffentliche Bewusstsein rücken und so das Interesse an archäologischen Stätten wie Troia mittelbar stärken könnten. Zugleich ist "Odyssey" keine historische Dokumentation, sondern eine Verfilmung eines literarischen und mythologischen Stoffes. Für die Einordnung bleibt daher wichtig, dass das Publikum die im Film gezeigten Inhalte stets im Bewusstsein der Differenz zu archäologischen und historischen Befunden betrachtet.
Quellen
- [1] Odyssey filmine eleştirmenlerin yorumu: 'Muazzam bir sinema eseri'
- [2] Odyssey (film) - Vikipedi
- [3] Christopher Nolan'ın yeni filmi 'Odyssey' 17 Temmuz'da vizyona girecek - Son Dakika Kültür-Sanat Haberleri | Cumhuriyet
- [4] ‘A masterpiece in every way’: The Odyssey earns near universal acclaim as full reviews published | The Odyssey | The Guardian
- [5] The Odyssey geliyor. Christopher Nolan'ın en iyi filmleri | NTV Haber
Bild & Nachrichtenquelle: BBC / bbc.com