Peru: 1200 Jahre alte Überreste von mumifizierten Nackthunden entdeckt

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In Castillo de Huarmey wurden seltene Mumien und Skelette von präinkaischen Nackthunden aus der Wari-Zeit entdeckt, die wertvolle genetische Einblicke bieten.

Peru: 1200 Jahre alte Überreste von mumifizierten Nackthunden entdeckt
Bildnachweis: Sciencedaily

Ausgrabungen an der archäologischen Stätte Castillo de Huarmey an der Nordküste Perus haben eine der faszinierendsten Mensch-Tier-Beziehungen der antiken Welt ans Licht gebracht. Archäologen entdeckten 1200 Jahre alte Überreste von Nackthunden aus der Zeit des Wari-Reiches, das die Region etwa 400 Jahre vor dem Inkareich dominierte.

Genetische Verbindung und fehlende Zähne

Unter den entdeckten Überresten ist ein auf natürlichem Wege mumifizierter Schädel besonders bemerkenswert, an dem noch Haut- und Ohrfragmente erhalten sind. Die Forscher stellten fest, dass bei den Hundeskeletten bestimmte Zähne nie durchgebrochen waren. Untersuchungen belegten, dass dieser Zahnmangel auf dieselbe genetische Mutation zurückzuführen ist, die auch bei der heutigen Rasse des Peruanischen Nackthundes (Peruvian Inca Orchid) auftritt und für die Haarlosigkeit verantwortlich ist. Dies zeigt, dass die Rasse ihre genetischen Merkmale seit über einem Jahrtausend bewahrt hat.

Rollen in der Gesellschaft und Ernährungsgewohnheiten

Am Ausgrabungsort wurden insgesamt 341 Knochenfragmente von 19 verschiedenen Hunden untersucht. Die Funde verdeutlichen, dass diese Hunde in der antiken Gesellschaft keine einheitliche Rolle spielten. Während einige Tiere sorgfältig in Palastkomplexen oder an der Seite von Elite-Handwerkern, wie dem sogenannten „Meister-Korbflechter“, bestattet wurden, fanden sich andere in Abfallbereichen. Dies deutet darauf hin, dass die Einstellung gegenüber den Tieren bereits damals variierte.

Am selben Tisch wie der Mensch

Isotopenanalysen an Knochen und Zähnen lieferten überraschende Erkenntnisse über die Ernährungsgewohnheiten der Hunde. Es stellte sich heraus, dass die antiken Hunde, genau wie die damals lebenden Menschen, große Mengen an Mais konsumierten. Dies deutet darauf hin, dass die Hunde nicht nur als Jäger oder Wächter fungierten, sondern als Teil der Familie mit den gleichen Nahrungsmitteln wie die Menschen versorgt wurden. Die Radiokarbondatierung bestätigte, dass der mumifizierte Rüde das älteste bisher in Castillo de Huarmey gefundene Exemplar ist.

Bild- & Nachrichtenquelle: Sciencedaily / sciencedaily.com