Eine neue Studie aus dem antiken Etowah im US-Bundesstaat Georgia hat ergeben, dass Angehörige der Mississippi-Kultur im 11. und 12. Jahrhundert Kakao konsumierten. Die in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlichte Untersuchung liefert den ersten direkten Beweis für die Nutzung von tropischem Kakao östlich des Mississippi und deutet auf hochentwickelte und weitreichende Handelsnetzwerke hin, die Jahrhunderte vor der Ankunft der Europäer auf dem Kontinent bestanden.
Genetische Spuren in Tongefäßen
Wissenschaftler sequenzierten die antike DNA aus Getränkeresten, die in den Poren antiker Tongefäße verblieben waren, und verglichen sie mit dem Kakao-Genom. Komplexe Filterverfahren wurden eingesetzt, um DNA von Bodenbakterien, Fremdpflanzen und externen Verunreinigungen zu isolieren. Frühere chemische Analysen hatten Koffein in diesen Gefäßen nachgewiesen; die Anwesenheit von Kakao konnte jedoch nicht eindeutig bestätigt werden, da auch lokale Pflanzen wie der Japanische Enzian, der in der Region wächst, Koffein und Theobromin enthalten. Die fortschrittlichen genetischen Analysen lieferten einen unzweifelhaften Beweis für die Anwesenheit dieser Pflanze, die nur in tropischen Regionen wächst.
Antiker Handel über Grenzen hinweg
Solche archäologischen Beweise spielen eine entscheidende Rolle beim Verständnis historischer Prozesse und gesellschaftlicher Veränderungen [1]. Die enormen Fortschritte bei der künstlichen Kodierung antiker DNA und bei Technologien zur Speicherung genetischer Daten beleuchten dunkle Flecken der Vergangenheit [2]. Moderne Studien, die den wirtschaftlichen Wert von Ressourcen und historischen Handelsrouten in der Region untersuchen, bestätigen ebenfalls die Bedeutung dieser weitläufigen Netzwerke [3].
Die gewonnenen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Bewohner von Etowah sich nicht nur auf lokale Ressourcen beschränkten, sondern in aktiver Handelsbeziehung mit tropischen Regionen tausende Kilometer südlich standen. Kakao war in dieser antiken Gesellschaft möglicherweise nicht nur ein Luxuskonsumgut, sondern auch ein wichtiger Bestandteil sozialer und kultureller Rituale.
Quellen und weiterführende Lektüre
Bild & Nachrichtenquelle: Inkorr / inkorr.com