Seltene Glyphen des Teotihuacán-Schriftsystems in mexikanischer Höhle entdeckt

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In einer Höhle in Chalcatzingo entdeckte, 1500 Jahre alte rote Glyphen werfen neues Licht auf das Schriftsystem und die Kriegerrituale der Teotihuacán-Zivilisation.

Seltene Glyphen des Teotihuacán-Schriftsystems in mexikanischer Höhle entdeckt
Bildnachweis: Cambridge

In der archäologischen Zone von Chalcatzingo, etwa 90 Kilometer südöstlich der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt, haben Archäologen eine bedeutende Entdeckung gemacht. In der Höhle 19, die an den steilen Hängen des Hügels Cerro Delgado liegt, wurden drei gemalte Glyphen identifiziert, die charakteristisch für das Schriftsystem der Teotihuacán-Zivilisation sind. Dieser Fund belegt, dass die Region nicht nur für die frühe Olmeken-Kultur, sondern auch für die klassische Teotihuacán-Gesellschaft von großer religiöser Bedeutung war.

Die Glyphen an der Höhlenwand wurden mit einem Pinsel unter Verwendung eines dunkelroten Pigments aufgetragen. Forscher stellten mithilfe digitaler Bildbearbeitung fest, dass diese Symbole eine Bergdarstellung, eine Perlenkette, einen Umhang sowie einen rechteckigen Rahmen umfassen, der mit einem spitzen Wurfspieß und fünfzackigen Sternen verziert ist [1]. Es wird angenommen, dass diese Symbole als Ortsnamen fungierten und Teil der antiken sakralen Landschaft waren, die vermutlich mit Ritualen zum Gedenken an gefallene Krieger in Verbindung stand.

Untersuchungen zeigen zudem, dass die durch Feuer geschwärzten Felsoberflächen am Boden der Höhle für pyrolytische Riten genutzt wurden, die in der Antike durch Hitzeeinwirkung vollzogen wurden [2]. Dies beweist, dass der Einfluss von Teotihuacán nicht auf den Handel beschränkt war, sondern dass auch tief verwurzelte religiöse Praktiken in diese entlegenen Täler getragen wurden. Während Chalcatzingo historisch vor allem für seine monumentale Kunst im Olmeken-Stil (ca. 900–500 v. Chr.) bekannt ist, bestätigen die neuen Daten, dass der Ort auch zwischen 350 und 550 n. Chr. ein aktives rituelles Zentrum war.

Experten betonen, dass diese Glyphen eine entscheidende Rolle in der laufenden akademischen Debatte über das Schriftsystem von Teotihuacán spielen werden. Während viele Forscher bisher hinterfragten, ob diese Zivilisation über ein voll entwickeltes Schriftsystem wie das der Maya oder Azteken verfügte, stützen die Funde aus Höhle 19 die These, dass diese Symbole zur Vermittlung komplexer Informationen genutzt wurden [3]. Die schwer zugängliche Lage der Höhle und die Art der Symbole legen nahe, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Siedlung, sondern um einen speziellen sakralen Raum handelte, der hochrangigen Mitgliedern der Gesellschaft oder der Kriegerkaste vorbehalten war.

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Cambridge / cambridge.org