Seltener Fund in Norwegen: Vermeintliche Feuerstelle entpuppt sich als 4.000 Jahre altes Steinkistengrab

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Archäologen in Südostnorwegen entdeckten ein seltenes, 4.000 Jahre altes Steinkistengrab aus dem Spätneolithikum, das zunächst für eine Feuerstelle gehalten wurde.

Seltener Fund in Norwegen: Vermeintliche Feuerstelle entpuppt sich als 4.000 Jahre altes Steinkistengrab
Bildnachweis: Arkeonews

Bei Ausgrabungen auf dem Svinesund-Plateau nahe der norwegischen Stadt Halden kam es zu einer archäologischen Überraschung. Aufgrund von Holzkohleresten und verbrannten Steinen an der Oberfläche vermuteten die Archäologen zunächst eine gewöhnliche prähistorische Feuerstelle. Doch als die Erdschichten sorgfältig abgetragen wurden, kam darunter ein seltenes Steinkistengrab aus dem Spätneolithikum zum Vorschein, das etwa 4.000 Jahre alt ist.

Die auf dem Areal Kongefaret 8 entdeckte Grabkammer wurde aus massiven, aufrecht stehenden Steinplatten errichtet, von denen jede mehrere hundert Kilogramm wiegt. Die etwa 70 Zentimeter tiefe Struktur weist zudem einen Boden aus sorgfältig verlegten Steinen auf. Experten des Kulturhistorischen Museums in Oslo betonten, dass in Ostnorwegen bisher nur etwa 20 solcher Grabtypen dokumentiert wurden und in den letzten 25 Jahren keine vergleichbare Struktur in der Region ausgegraben wurde [1].

Bei den Untersuchungen im Inneren des Grabes wurden eine fein gearbeitete Pfeilspitze, eine kleine Bernsteinperle und Keramikfragmente mit Schnurkeramik-Dekor geborgen. Ein für diesen Grabtyp typisches Element fehlte jedoch überraschenderweise: die sonst als Statussymbol beigelegten Feuersteindolche. Die Archäologin Carine Rosenvinge weist darauf hin, dass dieser Umstand unterschiedliche Hinweise auf den Verwendungszweck des Grabes oder die soziale Rolle der bestatteten Person geben könnte. Ähnliche Funde weisen Parallelen zu anderen Entdeckungen im Westen Norwegens auf, die den Prozess der Ausbreitung der Landwirtschaft beleuchten [4].

Verbrannte Knochenfragmente und Holzkohlereste in einer Ecke des Grabes lassen vermuten, dass die Struktur zu verschiedenen Zeiten für zwei unterschiedliche Bestattungsrituale genutzt worden sein könnte. Da die sauren Bodenverhältnisse in Norwegen die Erhaltung unverbrannter Knochen erschweren, wurden die gefundenen Fragmente zur Analyse ins Labor geschickt. Weitere Ausgrabungen in der Umgebung, bei denen 9.000 Jahre alte Steinaxt-Funde und 3.000 Jahre alte Kultstätten ans Licht kamen, belegen, dass Norwegen über Jahrtausende hinweg eine sich stetig wandelnde Siedlungsstruktur besaß [2, 3].

Dieser Fund verdeutlicht, dass die ersten bäuerlichen Gemeinschaften Norwegens nicht nur landwirtschaftliche Techniken, sondern durch Kontakte zum europäischen Festland auch neue religiöse und soziale Praktiken übernahmen. Das Grab auf dem Svinesund-Plateau wird als dauerhaftes Monument für den Übergang zur Sesshaftigkeit und die über Generationen hinweg bestehenden Gemeinschaftsbindungen gewertet. Weitere Quellen und vertiefende Informationen zu diesem Kontext finden sich unter [2] [3].

Quellen und weiterführende Literatur

Bild- & Nachrichtenquelle: Arkeonews / arkeonews.net