Der sechs Tonnen schwere Großstein im Zentrum des berühmten Denkmals Stonehenge in England wurde nicht durch Gletscher, sondern von Menschen der Jungsteinzeit aus dem Nordosten Schottlands auf die Salisbury Ebene transportiert. Eine neue Studie unter Leitung der Curtin University und der Sheffield Hallam University enthüllt, dass antike Gemeinschaften diese anspruchsvolle Reise über mehrere hundert Kilometer gezielt organisiert und durchgeführt haben, was etablierte Vorstellungen über die Entstehung von Stonehenge in Frage stellt.
Menschliche Anstrengung jenseits der Gletschergrenze
Wissenschaftler konnten mittels Computer-Simulationen nachweisen, dass während des letzten Eiszeitalters Gletscher Steine bis zur Region Dogger Bank im Nordmeer transportieren konnten, jedoch nicht bis nach Südengland gelangten [1]. Dies bedeutet, dass die mindestens 400 Kilometer lange Strecke von antiken Menschen überwunden werden musste. Die Forscher verfolgten die Herkunft des Steins mithilfe von Mineralalteranalysen und geologischen Daten bis in den Nordosten Schottlands zurück [2]. Die Transportierung über solche Entfernungen zeigt, dass die Jungsteinzeitgemeinschaften weitaus organisierter waren, als bisher angenommen wurde.
Schwerer Weg über Land und Wasser
Der Transport des sechs Tonnen schweren riesigen Sandsteins erforderte eine komplizierte, mehrstufige Reise, die sowohl Flusswege als auch Küstenbeförderung sowie den Zug über Land beinhaltete [3]. Experten betonen, dass eine solche Transportleistung nicht nur physische Kraft, sondern auch geographisches Wissen, tiefgreifende Planung und eine starke Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Gemeinschaften erforderte. Diese Entdeckung verdeutlicht, dass Stonehenge kein rein lokales Denkmal war, sondern das Ergebnis einer gewaltigen gemeinsamen Anstrengung verschiedener Gruppen über ganz Britannien hinweg.
Quellen und weiterführende Lektüre
- [1] New study reveals how Stonehenge's Altar Stone crossed ancient ...
- [2] The mysterious origin of Stonehenge’s altar stone might have been solved | National Geographic
- [3] Researchers investigating the origins of Stonehenge's enigmatic ...
Bild & Quelle: Sci.News - Archaeology / sci.news