Umstrittene Radarstudie zur Cheops-Pyramide zurückgezogen

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Eine Studie, die behauptete, das Innere der Großen Pyramide mit Satellitenradar abgebildet zu haben, wurde zurückgezogen. Dies ändert nichts an der Existenz nachgewiesener Hohlräume.

Umstrittene Radarstudie zur Cheops-Pyramide zurückgezogen
Bildnachweis: Arkeonews

Eine umstrittene wissenschaftliche Publikation aus dem Jahr 2022, die behauptete, die innere Struktur der Großen Pyramide (Cheops-Pyramide) auf dem Gizeh-Plateau in Ägypten mittels Satellitenradardaten kartiert zu haben, wurde vom Fachjournal 'Remote Sensing' offiziell zurückgezogen. Als Grund wurden gravierende methodische Fehler und statistische Mängel angeführt. Diese Entwicklung bedeutet keineswegs, dass die geheimnisvollen Hohlräume im Inneren der Pyramide nicht existieren; vielmehr erschüttert sie die Zuverlässigkeit von Radaraufnahmen aus dem Weltraum und rückt die Genauigkeit und Bedeutung physikalischer Entdeckungen mittels kosmischer Strahlung erneut in den Vordergrund.

Fehlgeleitete Signale vom Satellitenradar

In der von den italienischen Forschern Filippo Biondi und Corrado Malanga veröffentlichten Arbeit wurden Daten des Synthetic Aperture Radar (SAR) des COSMO-SkyMed-Satellitensystems verwendet. Die Autoren behaupteten, mit dieser Methode das Innere und den Untergrund der Pyramide in hochauflösender dreidimensionaler Tomografie abgebildet und bisher unbekannte Strukturen entdeckt zu haben. Die Redaktion des Journals stellte jedoch methodische Mängel fest, die die wissenschaftlichen Schlussfolgerungen der Studie entkräften. Obwohl die Autoren gegen die Entscheidung Einspruch erhoben, stellt der Rückzug des Artikels einen erheblichen Schlag für die Behauptungen dar, das Pyramideninnere mittels Satellitendaten visualisiert zu haben.

Reale Hohlräume, nachgewiesen durch kosmische Strahlung

Im Gegensatz zu der zurückgezogenen Publikation sind die riesigen Hohlräume im Inneren der Großen Pyramide keineswegs reine Spekulation. Im Rahmen des ScanPyramids-Projekts konnten durch Untersuchungen mittels kosmischer Strahlungs-(Myonen)-Tomografie die Existenz eines gewaltigen Hohlraums von etwa 30 Metern Länge im Inneren der Pyramide zweifelsfrei nachgewiesen werden [1]. Dieser Bereich, der sich unmittelbar über der Großen Galerie befindet und als 'Großer Hohlraum' (Big Void) bezeichnet wird, wurde durch Messungen mit modernen Geräten von unabhängigen Teams mehrfach bestätigt [2]. Ähnlich wurde ein neun Meter langer, verborgener Korridor hinter den dreieckigen Steinen an der Nordfassade der Pyramide sowohl mittels Myonen-Tomografie als auch durch andere physikalische Verfahren wie die elektrische Widerstandstomografie gescannt und visualisiert.

Geheimnisse der Pyramiden werden mit zerstörungsfreien Methoden gelüftet

Da die ägyptischen Gesetze die Pyramiden von Gizeh streng schützen, sind in der Region nur zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden zulässig. Ähnliche Untersuchungstechniken wurden auch bei der Menkaure-Pyramide (Mykerinos), einem weiteren Monument in Gizeh, angewendet, wo ebenfalls neue Hohlräume entdeckt wurden, die auf geheime Eingänge hindeuten [3]. Während spekulative, satellitenbasierte Behauptungen aussortiert werden, konzentrieren sich Wissenschaftler weiterhin auf bodengestützte physikalische Messungen wie kosmische Strahlung, Ultraschall und Radar, um die wahren architektonischen Geheimnisse der Pyramiden zu entschlüsseln.

Quellen und weiterführende Lektüre

Bild & Nachrichtenquelle: Arkeonews / arkeonews.net