Umwälzende Entdeckung in Afrika: 50.000 Jahre alte DNA aus Antilopenzahn gewonnen

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In der Boomplaas-Höhle in Südafrika wurde aus einem 50.000 Jahre alten Antilopenzahn die bislang älteste DNA aus Subsahara-Afrika isoliert.

Umwälzende Entdeckung in Afrika: 50.000 Jahre alte DNA aus Antilopenzahn gewonnen
Bildnachweis: Live Science - Archaeology

In der südafrikanischen Boomplaas-Höhle ist es Forschenden gelungen, aus einem 50.000 Jahre alten fossilen Zahn einer Bergriedbock-Antilope antike DNA zu gewinnen [1]. In Subsahara-Afrika, wo organische Überreste aufgrund des warmen Klimas meist rasch zerfallen, gilt dieser Fund als Meilenstein. Er zeigt, dass die Grenze der genetischen Erhaltungsfähigkeit in der Region um Zehntausende von Jahren weiter zurückreicht als bisher angenommen.

Das Team um den Paläogenomik-Spezialisten Deon de Jager von der Universität Kopenhagen untersuchte mehr als 300 Zähne von Tieren, die in den vergangenen 110.000 Jahren gelebt hatten [6]. Die Überreste stammen aus der späten Phase der letzten Eiszeit. Die daraus gewonnenen genetischen Daten eröffnen neue Einblicke in die evolutionären Entwicklungen und den Genfluss der Tierarten in dieser Region.

Genetische Erhaltung im anspruchsvollen Klima Afrikas

Das heiße und feuchte Klima in Subsahara-Afrika beschleunigt den Zerfall von DNA-Molekülen und hat die Erforschung antiker Genome bislang stark eingeschränkt. Die bislang älteste in dieser Region gewonnene menschliche DNA stammte aus 18.000 Jahre alten Knochen aus einem Felsunterstand in Tansania, die älteste tierische DNA aus einer 9.300 Jahre alten Antilope aus Südafrika. Der neue Fund verschiebt diese Grenze nahezu auf das Fünffache und stellt bisherige Annahmen in Frage.

Neben der 50.000 Jahre alten Antilopen-DNA gelang es den Forschenden auch, Proben von ausgestorbenen Langhorn-Bisons mit einem Alter von 12.000 und 21.000 Jahren erfolgreich zu isolieren. Unmittelbar im Anschluss an diese Studie wurde zudem in Äthiopien das Genom einer 42.000 Jahre alten Antilope sequenziert. Dies deutet darauf hin, dass DNA im afrikanischen Klima deutlich widerstandsfähiger sein könnte als lange vermutet.

Spuren der Menschheitsgeschichte

Der afrikanische Kontinent spielt für das Verständnis der Ursprünge und Migrationswege des Menschen eine Schlüsselrolle [2]. Die großen Auswanderungswellen vor rund 50.000 Jahren und die sozialen Netzwerke der Menschen der Steinzeit lassen sich zunehmend mithilfe antiker DNA-Forschung rekonstruieren [3][4]. Fachleute betonen jedoch, dass die Chancen, aus sehr viel älteren, längst ausgestorbenen Menschenverwandten wie Homo naledi von vor etwa 240.000 Jahren noch DNA zu gewinnen, aufgrund der extrem zerstörerischen Umweltbedingungen in Afrika weiterhin sehr gering sind.

Dennoch wird davon ausgegangen, dass tief gelegene Höhlen mit stabilen Temperaturen sowie hochgelegene, kühlere Regionen künftig noch deutlich ältere genetische Geheimnisse bergen könnten.

Kaynaklar ve ileri okuma

Görsel & Haber Kaynak: Live Science - Archaeology / livescience.com